Von Männern, die keine Frauen haben – Rezension

von männern die keine frauen haben
7 Erzählungen von Haruki Murakami

7 Erzählungen, 7 einsame Männer: Ein alternde Schauspieler versteht nicht, warum seine geliebte und nun leider verstorbene Frau ihn betrogen hat und nimmt Kontakt zu ihrem früheren Liebhaber auf. Ein junger Mann will seine langjährige Verlobte unbedingt an seinen Kommilitonen verkuppeln. Scheherezade – so honigsüß wie sie versüßt keine Frau dem jungen Mann den Nachmittag mit Geschichten und räumt ihm die eingekauften Lebensmittel ordentlich ein. Dem blaubärtigen Schönheitschirurgen gönnt man fast, dass er in Liebe zu einer verheirateten Frau verfällt – sein Freitod erscheint fast zwangsläufig. Und Samsa in Love – Kafkas‘ Verwandlung in die andere Richtung – ist mutig und genial zugleich.
Männer, die keine Frauen haben  – fehlt etwas ganz Entscheidendes: Die Frau.

Haruki Murakami

Haruki Murakami, geboren 1949 in Kyoto gilt als der einflussreichste japanische Schriftsteller unserer Zeit. Wahrscheinlich wäre er in Deutschland gar nicht so populär, wäre nicht sein Buch „Gefährliche Geliebte“ in der Literatursendung „Literarisches Quartett“ als Pornografie gebrandmarkt worden.

Von Männern, die keine Frauen haben – Meine Meinung

Wie eigentlich in allen seinen Büchern erhebt Murakami auch hier die direkt fassbare innere, wie äußere Einsamkeit seiner Protagonisten zu einem ganz natürlichen Selbstzweck. So so schwimmt man nach den ersten Seiten bereits in einem Meer der Melancholie.

Die interessanteste Geschichte in dieser Sammlung ist wahrscheinlich „Kino’s Bar“ – interessant vielleicht auch deswegen, weil sie ganz deutlich autobiografische Züge trägt. Denn auch Murakami besaß einmal eine kleine Jazzkneipe. Und unwillkürlich beginnt man sich zu fragen, wie viel Autobiografie in den anderen Geschichten zu finden ist.
Schön und wichtig an diesen Erzählungen finde ich, dass sie Männer nicht wie sexgeile, furzende Untiere darstellen, sondern ihre Empfindsamkeit und Verletzlichkeit aufzeigt, die gleichsam ein Spiegel der eigenen (weiblichen) Verletzlichkeit sein kann.
Murakami lässt einen seiner Protagonisten sagen:

Für Männer, die keine Frauen haben, ist die Welt ein weites Feld mit scharfkantigem Geröll, genau wie die Rückseite des Mondes.“

Ich sage, für Frauen ist es genauso, nur umgedreht.

Es fehlt das scharfkantige Geröll.

Bibliografisches:

  • Titel: Von Männern, die keine Frauen haben
  • Autor: Haruki Murakami
  • Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (8. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832197818
  • ISBN-13: 978-3832197810
  • Originaltitel: Onna no Inai Otokotachi
  • Preis: 19,99 € (gebundene Ausgabe), 16,99 € (Kindle), 13,99 € (Hörbuch)
  • Bestelllink Amazon: Von Männern, die keine Frauen haben: 7 neue Erzählungen
Buchcover: Von Männern, die keine Frauen haben ©frau-sabienes.de
Text: Von Männern, die keine Frauen haben – 7 Erzählungen ©frau-sabienes.de

Mit dieser Rezension beteilige ich mich an Daggis Buchallenge 2015, Aufgabe 51: Lese ein Buch, das in Arfika, Asien oder Australien spielt.

2 Kommentare zu “Von Männern, die keine Frauen haben – Rezension

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