Wenn die Eltern alt werden … Wie lernt man, das zu akzeptieren?

Wenn die Eltern alt werden … Wie lernt man, das zu akzeptieren?

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wenn die eltern alt werden
Seltsame Situation: Auf einmal sind die Eltern alt geworden …

Das ist eine ganz typische Situation, in die Frauen (und Männer) in den besten Jahren kommen können. Die eigenen Eltern, ehemals die Alleskönner, Alleswisser oder im schlimmsten Fall die ewig Gestrigen (und manchmal auch alles miteinander) werden alt. Oftmals geht dieser Prozess schleichend voran. Da werden Hausschlüssel verlegt, Namen vergessen und in der einst so mit aller deutschen Gründlichkeit geputzten Wohnung beginnt es zu müffeln. Und wenn man Pech hat, kommen auch noch wirklich gravierende gesundheitliche Probleme hinzu.

Wenn die Eltern alt werden …

Wenn die Menschen, die uns nahe stehen, alt und gebrechlich werden, stehen wir vor einigen Problemen:

  • Die durchschnittliche Lebenserwartung wird immer höher. Das ist natürlich schön! Aber bei unseren Vorfahren waren Demenz oder Alzheimer relativ selten, wir können auf noch nicht so viele Erfahrungen mit solchen Krankheitsbildern zurückgreifen.
  • Unsere Wohnsituation ist in der Regel so, dass wir unsere Eltern nicht bei uns wohnen lassen können. (Selbst wenn wir das wollten) Viele von uns wohnen so weit von ihren Eltern entfernt, dass man auch ein unterstützendes Besuchsprogramm kaum bewerkstelligen kann.
  • Die mangelnde Akzeptanz unserer Eltern, dass sie Hilfe benötigen. Dabei ist es fast egal, in welchem Umfang diese Hilfe gegeben werden muss. Meine Oma hat sich mit 89 Jahren fürchterlich darüber aufgeregt, als ich ihr nach mehreren Stürzen einen simplen Notfallknopf organisieren wollte.
  • Die desolate Situation in der Pflege.

Akzeptieren und entscheiden

Für viele von uns kann es schmerzhaft sein, zu akzeptieren, dass unsere Eltern Pflege brauchen. Und dabei ist es völlig unerheblich, ob wir ein gutes oder schlechtes Verhältnis zu ihnen haben. (Letztendlich ist es auch dem Sozialdienst und der Pflegeversicherung egal, diese Institutionen werden sich immer an uns wenden)

Irgendwann werden wir Entscheidungen fällen müssen. Mobile Pflege in einer seniorengerechten Wohnanlage?  Heimunterbringung? Eine Pflegekraft aus dem Osten einstellen, die bei den Eltern wohnt? Oder doch bei sich zu Hause pflegen?
Egal, welche Wahl wir treffen, alle möglichen Lösungen haben ihre Vor- und Nachteile und es werden immer Zweifel ob der Richtigkeit bleiben.

Foto: Wenn die Eltern alt werden ©frau-sabienes.de
Text: Wenn die Eltern alt werden … Wie lernt man, das zu akzeptieren? ©frau-sabienes.de

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6 Gedanken zu „Wenn die Eltern alt werden … Wie lernt man, das zu akzeptieren?

  1. Ein ganz heißes Thema, das ich gerade heute während einer längeren Autofahrt mit einer sehr guten Freundin diskutiert habe. Dabei stellte sich u.a. heraus, dass das größte Problem oft das ist, dass die Eltern ihr Älterwerden zu schlecht akzeptieren und so gut gemeinte Hilfe unserer Generation gar nicht gut ankommt.
    LG Iris

    1. @Iris: Genau. Und dabei kann ich das sogar verstehen! Ich würde vielleicht auch nicht anders reagieren. Meine Kinder …. also, die sind doch noch so jung! Was wissen die schon ….
      LG
      Sabienes

  2. Bei meinen Eltern, da mussten wir schon relativ frueh etwas unternehmen. Mein Vater war anfangs bei meiner Schwester, er hatte Demenz. Und als ich es nicht mehr mit ansehen konnte, dass sie langsam „vor die Hunde ging“, da habe ich ein „Machtwort“ gesprochen und wir suchten fuer unseren Vater ein Altersheim – und fanden auch eines, das uns beiden zusagte.
    Meine Mutter war seit sehr vielen Jahren ziemlich schwer Asthma krank und mehr in Sanatorien, als daheim. Bei ihrem letzten Sanatorium Aufenthalt, da war sie dann hingefallen und konnte nicht mehr zurueck zu uns fliegen. Also habe ich fuer eine Woche Mann und kleine Kinder daheim gelassen und flog hin. Wir haben sie dann in Muenchen ins Altersheim gebracht, denn das war fuer sie das Beste. Der Kopf war ja voll da und nur der Koerper hatte die Probleme. Dort hatte sie ein eigenes Zimmer und ihre Freundinnen hatten sie immer wieder besucht, eine Frau kam 3 mal die Woche und nahm sie mit Rollstuhl spazieren. Das alles haetten wir so hier nicht machen koennen, schon allein Geldlich nicht. Ich war dann auch mal wieder bei ihr zu Besuch und sie wusste, dass wir uns hier um den Vater kuemmern.
    wir haben uns inzwischen schon mal hier etwas umgesehen, was wir dann machen koennen und werden, wahrscheinlich, irgendwann in ein „betreutes Wohnen“ umziehen. Dort gibt es Wohnungen, und ein Arzt ist immer im Haus. Ausserdem haben sie dort heutzutage auch Schwimmbad und Fitnessraeume udn man ist trotzdem sein „eigener Mensch“.

    1. @vivilacht: Betreutes Wohnen ist schon mal eine Alternative, aber diese Anlagen sind unglaublich teuer – bei uns zumindest (und ein Schwimmbad gibt es auch nicht) Zur Zeit sind solche Anlagen die große Immoblieninvestition und sie sprießen wie Pilze aus dem Boden. Mir wäre ein Haus, in dem ich keine Treppen steigen muss, wo aber auch junge Leute leben, lieber, als so ein Ghetto. Aber wer weiß, ob ich mir das aussuchen kann? Die Kinder suchen ja das Altersheim aus, deswegen sollte man immer nett zu ihnen sein 😉
      LG
      Sabienes

  3. Ich finde solche Situationen ausgesprochen schwierig. Deshalb überlege ich schon jetzt, wie ich später mal wohnen will, falls ich Unterstützung benötige. Aber zu einem richtigen Ergebnis bin ich noch nicht gekommen. Leider.

    1. @Simone: Du hast ja auch noch Zeit! Wir alle haben noch Zeit! 😉 Ich denke, so denken die meisten – ich zumindest schon. Und eigentlich kann man das auch auf sich zukommen lassen, keiner weiß, was in ein paar Jahren sein wird. Aber gut ist es, wenn man sich schon mal im stillen Kämmerlein damit auseinandersetzt – quasi einen Plan B erstellt.
      LG
      Sabiene

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