Haben Frauen in Asien keine Beschwerden in den Wechseljahren?

frauen in asien
Frauen in Asien, Hitzewallungen und viel Soja

Zu diesem Artikel hat mich der Kommentar von Gabi zu meinem Artikel: „Voll der Horror? Keine Angst vor den Wechseljahren!“ inspiriert.
Sie schreibt: „Wisst Ihr, dass in Asien nicht einmal das Wort Wechseljahre existiert?“
Damit meinte sie auch, dass Frauen in Asien wohl keine oder nur wenig Beschwerden in dieser Zeit kennen.
Von dieser These habe ich schon öfter gehört und ich habe mich gefragt, ob das überhaupt stimmt.

Nawin – Eine Thailänderin berichtet

Meine Ansprechpartnerin für alle Fragen aus dem Raum Südostasien ist immer Nawin.
Die Thailänderin ist Mitte 40, kinderlos und lebt seit über 10 Jahren in Deutschland. Außerdem ist sie so nett und putzt mir einmal in der Woche das Haus.

Nawin berichtete mir, dass bei ihr bereits im zarten Alter von 37 Jahren die Wechseljahre begannen. Seitdem leidet sie sehr unter Hitzewallungen, Kältewallungen, Schlafstörungen, Müdigkeit und fühlt sich manchmal ein bisschen depressiv. Also das volle Programm.
Seitdem sie Hormontabletten nimmt, geht es ihr besser.
Sie steht da nicht alleine, vielen ihrer thailändischen Freundinnen haben ähnliche Probleme.
Nawin weiß aber, dass Sojaprodukte in den Wechseljahren helfen können. Auch kennen wohl viele (ältere) Frauen in Asien Kräuter und Wurzeln, um die Beschwerden zu lindern.

Und tatsächlich gibt es auch ein thailändisches Wort für Wechseljahre, aber es gelingt mir nicht, dies hier zu transkribieren.

Haben die Frauen in Asien Beschwerden in den Wechseljahren oder nicht?

Ich glaube nicht, dass man das so pauschal beantworten kann.
Es gibt nämlich auch viele Frauen in Westeuropa, die diese Umstellung ganz locker überstanden haben. Und andererseits sieht man am Beispiel von Nawin, dass auch einige Asiatinnen in dieser Lebensphase leiden.
Dennoch haben die Menschen in anderen Ländern auch andere Voraussetzungen.

Gesunde Ernährung in Asien

Die Ernährung spielt gerade in den Wechseljahren eine große Rolle. Die asiatische Ernährung wird im Westen als sehr gesund betrachtet, denn sie kommt mit weniger Fleisch aus. Dafür gibt es viel Gemüse, Früchte und natürlich Reis. Womöglich spielt auch die sojahaltige Ernährung eine Rolle. Aber leider konnte die Wirkung von Phytoöstrogenen noch nicht hundertprozentig bewiesen werden.

Der Aspekt, dass Frauen in Asien seltener Übergewicht haben, wird sich auch positiv für sie auswirken.

Die innere Haltung

Interessant ist aber, dass Asiatinnen dem ganzen Geschehen anscheinend nicht allzu viel Sorge beimessen und es auf keinen Fall dramatisieren. Da ähneln sie vielleicht ein bisschen der Grundhaltung unserer Mütter, von denen es ja auch kaum ein Wort der Klage über Hitzewallungen gegeben hat.
Das allein macht natürlich die Beschwerden nicht unbedingt leichter, aber vielleicht werden sie so mit einer gewissen Duldsamkeit oder Gelassenheit aufgenommen und überstanden.

Mitunter spielt auch die Haltung gegenüber dem Alter oder dem Altern eine Rolle.
Nicht nur in Asien, auch in anderen Kulturen gewinnt eine ältere Frau an Ansehen in der Gesellschaft. Nachdem sie sich jahrelang vor Ehemann und Schwiegermutter zum Deppen gemacht hat, kann sie sich als „Matrone“ freier bewegen und wird mehr Macht bekommen. (Hier habe ich einen sehr schönen Artikel zu dem Thema gefunden.) Häufig wird auch der Umstand, nun nicht mehr zu menstruieren und keine Kinder mehr bekommen zu können, sehr dankbar aufgenommen.

Vielleicht hat aber auch manche Asiatin so viel Arbeit und so viele Sorgen, dass das bisschen Wechseljahre ihr geringstes Problem darstellt.

Fazit:

frauen in asien
Wechseljahre in Asien – Kein Problem?

Auch asiatische Frauen leiden unter den Beschwerden in den Wechseljahren, aber vielleicht nicht so stark, wie wir in Mitteleuropa.
Wahrscheinlich kommt ihnen eine andere Ernährung, aber die innere Grundhaltung zu Gute.

Die Erkenntnis, dass wir uns mit unserer eigenen Haltung gegenüber dem Alter selbst im Weg stehen, hat mir sehr zu denken gegeben.

***

Dieser ganze Artikel basiert auf mein Gespräch mit der Thailänderin Narwin, ein paar Recherchen und einigen eigenen Einschätzungen zu dem Thema. Leider konnte ich keine fundierten Forschungsergebnisse dazu finden.
Wenn ihr also noch weiterführende Informationen habt, dann würde ich mich über einen Kommentar freuen.

Foto: Frauen in Asien, Hitzewallungen und viel Soja ©frau-sabienes.de
Text: Haben Frauen in Asien keine Beschwerden in den Wechseljahren?  ©frau-sabienes.de

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11 Kommentare

  1. Hallo Frau Sabines. Sehr gut, jetzt weiss ich wieder einmal, daß man alle Fakten wissen soll, bevor man eine Aussage macht. Sehr informativ und aus erster Hand. Am Wochenende hatte ich eine Klassentreffen mit 15 MĂ€dels von damals und bei einem Redemarathon von 17!!!Stunden sind wir auch auf dieses Thema gekommen. Ziemlich lustig war es. Jede geht damit anders um . Manche Frauen merken fast nichts, andere werden regelrecht depressiv und andere stehen es einfach durch. Das muß nicht sein, man sollte wirklich Rat einholen bei einer FrauenĂ€rztin. Liebe GrĂŒĂŸe Gabi

    1. @Gabi: Ehrlich gesagt war ich vor ein paar Jahren auch dieser Meinung, dass Asiatinnen da keine Probleme hĂ€tten – wegen dem guten Soja und so und habe diese Aussage gar nicht hinterfragt. Inzwischen weiß ich, dass dieses Dogma hauptsĂ€chlich den Herstellern von NahrungsmittelergĂ€nzungen geholfen hat.
      Jede Frau ist anders und jede erlebt diese Zeit anders. Manche brauchen Ă€rztliche Hilfe, andere stecken ihre Probleme scheinbar „einfach so weg“.
      LG
      Sabienes

  2. Liebe Sabines,
    das ist wirklich ein sehr toller Artikel den ich mit grossem Interesse gelesen habe. Es ist ja nachgewiesen, dass sich unsere Lebensweise auf den Körper auswirkt :).
    Liebe GrĂŒĂŸe!

    1. @shadownlight: Die Lebensweise hat zumindest einen großen Einfluss auf unseren Körper. Ein anderer Aspekt ist aber auch Veranlagung oder Schicksal (wenn sich zum Beispiel durch einen Unfall etwas Ă€ndert). Ich kenne nĂ€mlich auch Berichte von Frauen, die trotz bester Voraussetzung ganz große gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit den Wechseljahren gehabt haben – oder immer noch haben.
      Und da wird mir immer bewusst, welches GlĂŒck das ich gehabt habe, dass das bei mir alles relativ gnĂ€dig abgelaufen ist.
      LG Sabienes

  3. Ich muss gestehen das habe ich mir beinahe gedacht . Viele Hersteller hantieren mit einer oft unbegrĂŒndeten Angst um ihre Produkte besser vermarkten zu können . Ob es das sichere Auto , die immer zahlende Versicherung oder das Waschpulver was alles 1000% weiß macht . Warum also sollten sie bei diesem Thema anders verfahren . Den Gedanken der inneren positiven Verhaltung teile ich mit Dir . Was ich allerdings wirklich machen muss , wĂ€re mehr Sport zu treiben . ich denke nĂ€mlich das es der Kondition gut tut und ebenso Seele .
    WĂŒnsche Dir einen schönen Abend Liebe GrĂŒĂŸe Heidi ( die sich erst einma l Deinen Blog genauer anschauen muss :))

    1. @Heidi: Ich glaube auch, dass solche GerĂŒchte von den Herstellern lanciert werden. Mit dem Sport sieht es bei mir auch nicht so rosig aus, ich habe zuwenig Zeit. (jaja, das sagen alle … )
      LG Sabienes

  4. Hallo Sabines, ich habe bei meinen Recherchen herausgefunden, dass man den niedrigen Östrogen-Spiegel in den Wechseljahren mit speziellen Pflanzenstoffen und essenziellen Ölen mit phytoöstrogener Wirkung wieder ankurbeln kann und den verrĂŒckt-gewordenen Hypothalamus wieder beruhigen 🙂 Auch die Einnahme von FolsĂ€ure, CoQ10, natĂŒrliches Vitamin E, Granatapfel und Panax-Ginseng haben bei vielen Frauen sehr gute Erfolge erzielt. Vielleicht muss erst einiges ausprobieren, um fĂŒr sich das richtige Mittel zu finden. Ich nehme tĂ€glich Nachtkerzenölkapseln, Ginseng, Vitamin E, FolsĂ€ure und CoQ10 ein. Bislang eine gute Kombination.

    LG
    Hanuki

  5. Hallo Sabine, ich wĂŒrde, wie schon auf meinem Blog ausfĂŒhrlich beschrieben, zunĂ€chst die Nachtkerzenöl-Kapseln ausprobieren. Jedoch dauert es eine Weile bis die Kapseln wirken. Was ich sehr oft gelesen habe, ist die Info, dass Soja-Produkte fĂŒr uns westliche Frauen wenig effektiv sind. Asiatische Frauen essen z.B. Soja-Produkte bereits seit ihrer Kindheit und nicht erst ab 50. Man kann einiges ausprobieren, aber viele Produkte (besonders die aus der Werbung) helfen ĂŒberhaupt nicht. Leider bekommt man von Ärzten nur wenige Infos, zu alternativen und wirklich wirksamen Phytoöstrogenen. Man muss viel recherchieren und lesen -und vielleicht einiges vorher ausprobieren.

    Großes Thema…!

    LG
    Hanuki

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