Schreib mein Happy End – Wandas Geschichte von Sandra Hausser

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Schreib mein Happy End – Wandas Geschichte von Sandra Hausser

Wanda ist dem Tode geweiht. Ein nicht behandelbarer Tumor wird in absehbarer Zeit ihrem Leben ein Ende setzen. Um mit ihrer Angst vor dem Sterben besser umzugehen, hat sich die junge Frau eine besondere Aufgabe einfallen lassen: Sie will ihre Lebensgeschichte so schreiben, dass sie ein Happy End hat.
Und in dem Journalisten Jens hat sie den perfektesten aller Ghostwriter gefunden. Sensibel und geduldig besucht er sie täglich in dem Hospiz, in dem sie lebt. Einerseits bleibt ihr nicht mehr viel Zeit, andererseits lenken sie die Geschehnisse im Hospiz von ihrem Buchprojekt mehr und mehr ab.
Und ein ganz anderes Happy End steht ihr noch bevor.

Sandra Hausser

Die Autorin Sandra Hausser, Jahrgang 1969 lebt in Raunheim bei Frankfurt. Sie fing bereits als Jugendliche mit dem Schreiben an, wurde aber erst in den letzten Jahren mit ihren Rhein-Main-Krimis einem größeren Publikum bekannt. Den ersten Kriminalroman aus dieser Serie – Katzensitter – habe ich hier bereits vorgestellt. Wenn ihr meinen Blog Sabienes TraumWelten kennt, sind euch bestimmt die Rezensionen aufgefallen, die ich dort über ihre anderen Bücher geschrieben habe.

Schreib mein Happy End – Meine Meinung

Ich bin mit Sandra befreundet und als sie mir von ihrem neuen Buchprojekt erzählt hatte, konnte ich damit im ersten Moment nicht viel anfangen. Aber der Schauplatz – ein Hospiz – hat gleich mein Interesse gewegt. Denn tatsächlich weiß ich nicht allzuviel über diese Einrichtungen und über das Leben in ihnen. Ich weiß aber, dass Sandra in diese Richtung recherchiert hat. Und so habe ich mich nur wenig über die von ihr geschilderte gemütliche WG-Atmosphäre gewundert. Denn nicht alle Hospiz-Bewohner sind gezwungenermaßen ans Bett gefesselt – zumindest noch nicht in der ersten Zeit.

Ich finde es wichtig, über den Umgang mit dem eigenen Tod zu sprechen und nachzudenken. Denn je älter man wird, um so häufiger wird man damit konfrontiert. Mir kommen da einige Fragen in den Sinn. Zum Beispiel weiß ich nicht, wie ich reagieren würde, wenn jemand aus meiner Familie in ein Hospiz ziehen würde. Oder wie würde ich meine eigene Endzeit-Diagnose aufnehmen? Könnte ich gelassen und ohne Angst meinen letzten Weg gehen? Oder würde ich mein eigenes Happy End schreiben wollen?

Wanda und ihr Happy End

Den Tod als ein Nicht-Happy-End zu bezeichnen, ist nicht korrekt – schließlich ist er unvermeidlich. Ich könnte mir aber vorstellen, dass jemand seine traurige Kindheit und sein schweres Leben kurz vorm Ende in ein positives Licht rücken möchte. Ganz im Sinne von Erich Kästner:

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

Während Wandas Kindheitserzählungen mit all dieser Hanni-und-Nanni-Attitüde , hatte ich die Hoffnung, dass es sich in diese Richtung bewegen wird. Tat es aber nicht, dafür wurde ihre Wandas Geschichte im weiteren Verlauf realistischer und war plötzlich gar nicht mehr so happy. Denn Wanda selbst beginnt durch ihre Zuneigung zu Jens, sich noch einmal zu Hunderprozent auf ihr eigenes, wirkliches Leben einzulassen.
Egal, wie lange das noch so funktioniert.

Und so ein Gedanke von „Der Tod ist nicht das Ende“ machte sich in mir breit.

Denn was von uns bleibt, sind die Erinnerungen, was wir zu Lebzeiten alles getan haben und die Liebe, die wir dabei geschenkt haben.

Schreib mein Happy End – Fazit

Sandra Hausser geht mit sehr viel Gefühl an die Themen Sterben und Tod heran und wickelt diese gekonnt in eine nette, unschuldige Rahmenhandlung, die einem alle Sorgen und Ängste vergessen lässt.
Und da die Sandra ihren Hang zur Kriminalität nicht verhehlen kann, muss auch noch ein böser Pfleger überführt werden. Das ist aber nur so eine Geschichte am Rande und die Hintergründe dazu halte ich leider für gar nicht so unwahrscheinlich.
Unterm Strich bin ich der Meinung, dass es sich hier um eines der besten Bücher der Autorin handelt.

Bibliografisches

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Bibliografisches zu dem Buch „Schreib mein Happy End: Wandas Geschichte“ von Sandra Hausser
  • Titel: Schreib mein Happy End: Wandas Geschichte
  • Autor: Sandra Hausser
  • Taschenbuch: 275 Seiten
  • Verlag: epubli; Auflage: 5 (11. November 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3750251703
  • Preis Stand Januar 2020: 10,99 Euro (Taschenbuch), 3,99 Euro (Kindle)
  • Bestelllink Amazon

(Alle Angaben ohne Gewähr) 

Berühmte letzte Worte:

Wie findet ihr dieses Thema? Würdet ihr ein Buch lesen, dass sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzt – abgesehen von einem Krimi?

Natürlich beteilige ich mich auch mit dieser Rezension wieder an Daggis Buch-Challenge 2020, Aufgabe 47: Lese ein Buch eines Autors aus deiner Region (Nach Raunheim könnte ich mit dem Fahrrad fahren – zumindest theoretisch!)

Vorschau auf den nächsten Artikel:

Am Donnerstag, den 30. Januar erscheinen auf meinem Blog Sabienes TraumWelten die Coolen Blogbeiträge der Woche! Ihr düft auf meine neuesten Linktipps gespannt sein.

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Alle Fotos: Schreib mein Happy End – Wandas Geschichte von Sandra Hausser ©frau-sabienes.de
Text: Schreib mein Happy End – Wandas Geschichte von Sandra Hausser ©frau-sabienes.de

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11 Gedanken zu „Schreib mein Happy End – Wandas Geschichte von Sandra Hausser

    1. @Romy: Es war nicht sooooo schlimm. Also bei mir flossen keine Tränen. Mir wurde lediglich bewusst, wie fragil das Leben ist.
      LG
      Sabienes

  1. Hallo Sabine,

    ganz lieben Dank für deine schöne und ausführliche Rezension. Ich freu mich, dass du das Buch als nicht zu schwer verdaulich einstufst, denn genau das war meine Absicht. Sich der fragilen Lebenszeit bewusst zu sein und für sich selbst das Beste draus zu machen. Ich hoffe, ich darf mir bei Gelegenheit ein Stück deiner Rezi für meine Seite stehlen. Wie immer nur im Auszug, damit ein reger Besuchertausch stattfinden kann.

    Knutschaaa ♥
    Sandra

    1. @Sandra: Ich hatte eigentlich erwartet, dass mich das Buch mehr mitnimmt. Aber du hast den Tod als einen so selbstverständlichen Aspekt im Kreislauf des Lebens eingebunden, dass ich auf der letzten Seite auch die Wanda habe gehen lassen können. Auch wenn ihre allerletzten Stunden nicht mehr erzählt wurden – was im Übrigen gut gewesen ist.
      Vielleicht können wir uns bei nächster Gelegenheit noch einmal über dieses Buch und deine Recherchen dazu unterhalten. Ich weiß so wenig über das Leben in einem Hospiz.
      Natürlich darfst du Auszüge verwenden!
      LG und viele Bussis!
      Sabienes

    2. Hallo Sabine,

      ich bin froh, dass wir zumindest schon eine Gelegenheit ausgemacht haben. Da können wir gerne mal drüber reden. Die Recherche bekam ich durch den Tod meines Onkels im Hospiz j a eher unfreiwillig. Das harmonische Umfeld und die Arbeit der Mitarbeiter haben mich tief beeindruckt und meine Sichtweise verändert.

      Knutschii zurück

  2. Hallo Sabiene!

    WOW, was für eine schöne, klare und ausführliche Rezension…ich hätte das niemals so ausdrücken können wie du. Gefällt mir ausgesprochen gut!!! Spätestens hier hätte ich das Buch gekauft, wenn ich es nicht schon gelesen hätte.

    Liebe Grüße

    Anne

  3. Liebe Sabienes,
    das klingt definitiv spannend und interessant. Ich habe kein Problem damit, mich mit dem Tod in all seinen Facetten auseinanderzusetzen (das kann man auch in meinem aktuellen Blogbeitrag sehen – mit einem der darin gezeigten Themen hatten manche Bloggerinnen gewisse Schwierigkeiten ;-)) Selber möchte ich allerdings gern noch ein paar Jahrzehnte lang gut und intensiv leben – so gesehen würde ich mit meiner eigenen Endzeit-Diagnose wohl nicht sehr gut umgehen können.
    Ganz herzliche rostrosige Wintergrüße
    am Ende meiner Blogpausen-Verlängerung 🙂
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/01/blogpause-beendet-jetzt-aber-wirklich.html

    1. @Traude: Ich habe eher Angst vor dem Prozess des Sterbens – Schmerzen, Krankheit, Siechtum usw.
      LG
      Sabienes

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