Magic Cleaning und die KonMari-Methode von Marie Kondo

KonMari oder Magic Cleaning
Aufräumen nach der KonMari-Methode

Als ich das erste mal mit Magic Cleaning von Marie Kondo in Berührung gekommen bin, dachte ich, dass ich selten etwas so Dämliches gehört habe.
Dabei muss ich zugeben, dass mir ihr Credo, Kleidungsstücke, Bücher oder Gegenstände nach ihrem glücksbringenden Potential zu beurteilen, weniger exotisch erschien, als die Prämisse, T-Shirts, Pullover und Hosen gefaltet in den Schrank zu stellen, statt zu legen.
Und nun habe ich meine Anziehsachen um etwa ein Drittel reduziert.
Denn ich habe ihr Buch „Magic Cleaning“ gelesen!

Wer ist Marie Kondo?

Die Japanerin Marie Kondo ist ungefähr 15 oder 20 oder 30 Jahre alt – so genau kann man das als Westler nicht beurteilen. Die zierliche, gepflegte Frau arbeitet als Ordnungsberaterin und Buchautorin, nachdem sie bereits in ihrer Kindheit ihre Familie mit ihrem Ordnungswahn tyrannisiert hat. (Magic Cleaning ist voller Erzählungen aus dieser Zeit, an Hand derer man ihr mit Leichtigkeit eine gewisse Persönlichkeitsstörung diagnostizieren könnte.)
Frau Kondo gibt weltweit Vorträge über die von ihr entwickelte KonMari-Methode. Im Englischen wurde ihr Nachname sogar zu einem Verb umgewandelt: kondo = aufräumen.

Magic Cleaning

Der Kernpunkt bei dieser Methode besteht darin, nach Kategorien und nicht nach Zimmern aufzuräumen. Denn häufig bewahren wir unsere Kleidung, unsere Bücher und sonstigen Kram an verschiedenen Stellen in der Wohnung auf. Man beginnt mit der Kategorie Kleidung und macht dann weiter bei den Büchern, später kommen die gemeinschaftlich genutzen Dinge (z.B. Geschirr), Papierkram und Erinnerungsstücke dran. Das dauert ein paar Tage oder Wochen oder Monate. Aber das Ergebnis lohnt wahrscheinlich die Mühe – ich weiß es nicht. Ich bin mit den Klamotten noch nicht ganz fertig.
Im Idealfall schleppt man also alle Gegenstände einer Kategorie an einen Platz und freut sich (oder staunt) erst einmal, dass man so viel besitzt. Dann beginnt man, Stück für Stück in die Hand zu nehmen und sich zu fragen, ob sie einen noch Glück bereiten, um sie dann gegebenenfalls wegzuschmeißen oder sauber gefaltet in den Schrank zu STELLEN.
Dafür gibt es eine bestimmte Falttechnik, die tatsächlich ganz gut funktioniert:

Der Vorteil bei dieser Technik ist der, dass gerade die empfindlichen Oberteile keine Druckfalten vom Stapeln bekommen und sie ohne jegliche Hierarchie gleichberechtigt im Schrank stehen. Ordnet man sie dann noch nach Farben, ist es sehr leicht, sich jeden Morgen etwas Schönes zum Anziehen rauszusuchen.
Und nach der vorherigen Wegschmeißorgie hat man wahrscheinlich nur noch das allerschönste Outfit im Schrank hängen!

Frau Sabienes und die KonMari-Methode

Seit ein paar Wochen räume ich nun meinen Kleiderschrank und Kommode aus und auf und habe bereits etliche nicht-glücklich-machende Kleidungsstücke entsorgt.
Die Falterei nach KonMari gestaltet sich bei mir noch etwas mühsam, aber das Ergebnis sieht nun so aus:

Zugegeben: An meiner Falttechnik muss ich noch arbeiten, besonders T-Shirts aus zippeligen Stoffen bereiten mir Probleme. Dennoch meine ich, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann! Das beste ist, dass die frisch gewaschenen Oberteile nicht nach oben auf den Stapel wandern, der dann von oben wieder abgetragen wird.
Ich habe den kompletten Überblick über meine komplette Bekleidung und kann nach Herzenslust kombinieren.

Was ich gelernt habe:

Das Programm „Magic Cleaning“ hat mit Sicherheit auch seine Nachteile und gerade im 2. Band scheint laut den Amazon-Bewertungen die Autorin ziemlich viel Schmarrn von sich zu geben. Aber das System entwickelt sich einmal begonnen in einem selbst weiter. Man lernt dazu und findet heraus, welche Herangehensweise am Besten zu einem passt.
Außerdem habe ich mich ein wenig besser kennengelernt. Ich habe erkannt, was meine Schwächen beim Sortieren und Wegschmeißen sind, aber auch beim Shoppen. Gerade Frustkäufe, „Ich-habe-nichts-zum-Anziehen“-Käufe oder das billige Teil vom vermeindlichen Sonderangebotsständer sind nicht werthaltig. Denn gerade diese Käufe wanderten ohne Umwege in den Müllsack.
Man steht sich gerne selbst im Weg und will sich von Dingen, die einem kein gutes Gefühl bescheren, aus den verschiedensten Gründen nicht trennen. Aber in Wirklichkeit verstopft einem ungeliebter Besitz die Wohnung und kostet Energie, weil man sie immer wieder anschaut und überlegt, ob man ihnen nicht doch eine Chance geben sollte.
Deswegen betrachte ich den Grundgedanken von Magic Cleaning, sich mit wenigen, dafür schönen Dingen zu umgeben, als einen Weg zu mehr Achtsamkeit und Leichtigkeit.

Habt ihr schon mal nach der KonMari-Methode ausgemistet? Oder verwendet ihr vielleicht ein anderes Erfolgsrezpt?

Bibliografisches:

  • Titel: Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert
  • Autor: Marie Kondo, Monika Lubitz (Übersetzung)
  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (1. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499624818
  • Preis: 9,99 € (Kindle und Taschenbuch)
  • Bestelllink Amazon
Alle Fotos: Magic Cleaning ©frau-sabienes.de
Text: Magic Cleaning und die KonMari-Methode von Marie Kondo ©frau-sabienes.de

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2 Kommentare

  1. Hallo,

    ah das ist es was du letztens meintest. Sehr interessant und muss ich mir näher ansehen. Ich frage mich jedoch, wie falte ich diese dünnen Blusen mit Chiffon Stoff und stelle die auf?!
    Auf jeden fall wird es auch bei mir Zeit zum Ausmisten 😉
    Liebe Grüße
    Tanja

    1. @Tanja: Marie Kondo hängt ja alles auf, außer Kleider, Jacken und Mäntel, damit möglichst alles an einem Platz ist (und man sieht, wie viel Zeug man hat). Aber ich finde, dass Blusen besser aufgeräumt sind, wenn sie hängen. Gerade diese fluffigen Chiffonblusen. Aber ich denke, man kann sie schon so falten, dass sie stehen. Aber vielleicht ein bisschen kompakter, also nicht 3 mal, sondern 4 oder 5 mal.
      Das ganze Ausmisten hatte für mich etwas sehr befreiendes – dabei bin ich noch gar nicht fertig. Die Jacken und Mäntel fehlen nämlich noch…..
      LG Sabienes

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