Das letzte Ritual von Yrsa Sigurdardottir – Rezension

Das letzte Ritual
Das letzte Ritual von Yrsa Sigurdardottir

Im Historischen Institut der Universität von Reykjavik wird die grausam zugerichtete Leiche des deutschen Studenten Harald Guntlieb gefunden. Mit dem kleinen Drogendealer Hugi aus dem Freundeskreis des Opfers wäre ein Täter schnell gefunden, aber Haralds begüterte Familie hegt Zweifel an den Ermittlungen der isländischen Polizei.  Wegen ihrer Deutschkenntnisse beauftragen sie die Rechtsanwältin Dora Gudmundsdottir mit Nachforschungen über die näheren Umstände des Todes und stellt ihr zur Unterstützung Matthias Reich, ein Freund der Familie, zur Seite.
Obwohl Dora als geschiedene Mutter genug Probleme mit ihrem eigenen Nachwuchs hat, stürzt sie sich mit Matthias in die Hintergründe dieses Falls. Unerwartet stoßen sie innerhalb des engsten Freundeskreis von Harald auf eine Omertà des Schweigens und Feindseligkeit. Denn Harald, ein Grenzgänger und Egozentriker hat sich im Zusammenhang mit seinem Historik-Studium anscheinend der Schwarzen Magie verschrieben und war Geheimnissen rund um die Hexenprozesse in Island auf der Spur. Eine große Bedeutung erlangt immer mehr eine Ausgabe des Buches „Malleus Maleficarum“ oder: „Der Hexenhammer“ des Dominikaners Heinrich Kramer aus dem 16. Jahrhundert, die als verschollen gilt.

Anmerkung von Frau Sabienes:

Für diese Renzension habe ich die Rubrik: Starke Frauen gegründet. Ich denke, ich möchte auf diesem Blog nicht nur erbauliche Sachbücher für Frauen in den besten Jahren vorstellen, sondern auch Erzählungen, in denen starke Frauen, z.B. Dora Gudmundsdottir, ihr Leben meistern.

Yrsa Sigurdardottir

Yrsa Sigurdardottir (Jahrgang 1963) arbeitet eigentlich als Bauingenieurin. Während sie auf einen Staudamm im Osten von Island aufpasst, schreibt sie Kinderbücher und Krimis. Der vorliegende Roman ist der erste einer Serie um die Anwältin Dora Gudmundsdottir.
Yrsa lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe von Reykjavik.

Das letzte Ritual – Meine Meinung:

Ich habe die Serie rund um Dora mit dem 2. und 3. Roman „Das gefrorene Licht“ und „Das glühende Grab“ zu lesen begonnen. Während diese beiden Folgeromane, besonders der 3. Band von Island-Klischees mit Kabeljau und Vulkanen nur so triefen, hat mir dieser 1. Band sehr gut gefallen. Das mag vielleicht auch an dem Sujet liegen, denn Hexen, Hexenverfolgung im Mittelalter und schwarzmagische Rituale sind von Haus aus dazu geeignet, dem Leser einen Angstschauer über den Rücken laufen zu lassen.
Was mir an dem Buch sehr gut gefallen hat, war das hier vermittelte Hintergrundwissen. Unvorstellbar, dass in einem Land, in dem man sich beim Straßenbau um das Wohlergehen der ortsansässigen Elfen bemüht, jemals eine Hexenverfolgung hat stattfinden können. Und das es dabei weitaus mehr männliche Opfer gegeben hat. Auch die entspannte Handhabung des Priesterzölibats vor der Reformation ist bemerkenswert.
Der Spannungsbogen schnellt gleich am Anfang in die Höhe, dümpelt dann ein bisschen dahin und steigert sich zu einem sehr guten Ende mit mehreren, äußerst interessanten Wendungen. Schön ist es, die Herangehensweise und Beharrlichkeit Doras mitzuverfolgen.
Was mich aber immer wieder wundert, ist das Sprachtalent, dass andere Leute zu haben scheinen. Aber vielleicht spricht man in Island einfach viel Englisch und öfters Deutsch.

Bibliografisches:

  • Titel: Das letzte Ritual
  • Autor: Yrsa Sigurdardottir, Tina Flecken (Übersetzung)
  • Originaltitel: Þriðja táknið
  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch; Auflage: 4. (12. Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596171326
  • Preis: 9,99 € (Taschenbuch), 7,49 € (Kindle), 19,50 €
  • Bestelllink: Das letzte Ritual. Island-Krimi

 Mit dieser Rezension beteilige ich mich an Daggis Buchchallenge, Aufgabe 1:Lese ein Buch mit einem überwiegend blauen oder lilafarbenen Cover.

Foto: Das letzte Ritual von Yrsa Sigurdardottir ©frau-sabienes.de
Text: Das letzte Ritual von Yrsa Sigurdardottir – Rezension ©frau-sabienes.de

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