Die schönen Seiten des Älterwerdens – Das Leben jenseits der Fünfzig

die schönen seiten des älterwerdens
Die schönen Seiten des Älterwerdens sind gar nicht so schlecht!

Mit Zwanzig hatte ich mit allen Frauen jenseits der Vierzig Mitleid.
Mit Dreißig konnte ich mir gar nicht vorstellen, einmal über Fünfzig zu sein.
Und an meinem vierzigsten Geburtstag wäre ich beinahe einem Anfall von Selbstmitleid erlegen.

Nun bin ich Ende Fünfzig und entdecke die schönen Seiten des Älterwerdens.

Und wenn ihr zu den eher jungen Leserinnen meines Blogs gehört, dann kann ich euch nur sagen: Don’t panic!

Die schönen Seiten des Älterwerdens

Die Kinder sind erwachsen

Natürlich vermisse ich manchmal die Zeit, als die Kinder noch klein gewesen sind. Dieses kuschelige Gefühl, diese Innigkeit des Zusammenlebens war schon etwas ganz besonderes.
Was ich wirklich nicht vermisse, sind Monster, die unter dem Bett wohnen und nur nächtens sichtbar werden. Und an die leidigen Elternabende, eingekeilt zwischen lauter Angeber-Eltern, die ihre Göre für eine Mischung zwischen Albert Einstein und Yehudi Menuhin halten, denke ich auch mit lauter Grauen zurück.
Was ich ebenfalls nicht vermisse, sind erzieherische Grundsatzdiskussionen, zum Beispiel über die Notwendigkeit von frischem Gemüse und Schlafenszeiten.
Jetzt genieße ich das Gefühl, miteinander auf Augenhöhe zu begegnen.

Selbstakzeptanz

„Ich bin so fett!“
„Ich habe solche Pickel!“

Ich hatte wirklich sehr lange echte Komplexe wegen meines Aussehens, wegen meiner Körpergröße und überhaupt … Die Liste meiner persönlichen verabscheuungswürdigen Merkmale war lang genug für ein ziemlich schlechtes Selbstwertgefühl.

Heute denke ich, dass es zwar toll wäre, wenn ich ein paar Kilo weniger hätte. Und ohne Falten wäre das Leben auch recht nett.
Aber ich habe wirklich gelernt, dass es wichtigeres im Leben gibt, als das Aussehen.

Zum Beispiel Freude und Lachen. Familie und Liebe.
Und Selbstakzeptanz und Selbstwertgefühl.

Mode

Ich bin im Laufe der Jahre viel stilsicherer geworden. Meine Bekleidung kaufe ich zwar modisch, aber ich mache längst nicht mehr jede Mode mit.
Wenn die Hersteller glauben, Hosen müssten unterhalb des Schambeins sitzen und Oberteile sollten in Weltuntergangsfarben daher kommen, sollen das andere Leute anziehen.
Ich nicht.
Das gilt auch für sonstige Moden in anderen Bereichen, zum Beispiel Ernährung, Lifestyle, Musik und mehr. Und auch wenn Tattoos im Moment die große Mode sind, werde ich mir nun doch keins stechen lassen.

Meine Grenzen

Egal, ob es sich um die Arbeit, um Sport oder um Feiern handelt: Alles hat seine Grenzen.
Und meine eigenen Grenzen kann ich so langsam akzeptieren. Ich weiß inzwischen, wie viel ich trinken (oder nicht trinken) sollte und das ich viel Schlaf brauche. Und meistens halte ich mich auch daran.
Mein Körper hält nicht mehr so viel aus wie früher. Nach Belastungen brauche ich länger, um mich zu regenerieren.
Hätte ich das nicht schon viel früher lernen können? Wahrscheinlich nicht.

Ich bin angekommen

Mein Leben verlief nicht immer geradlinig. Ich, bzw. mein Mann und ich haben ziemlich harte Zeiten erlebt und uns durch einige Probleme gekämpft.
Diese schwierigen Phasen haben mich irgendwann davon überzeugt, dass mich so schnell nichts umhaut. Ich bin mir sicher, dass ich alles schaffen kann und überstehen werde.
Dieses Gefühl beseelt mich immer wieder mit einer ungeheuren Erleichterung.

Durch all diese Erfahrungen bin ich ein ganzes Stück ausgeglichener geworden, als ich es noch mit Zwanzig gewesen bin. Und tatsächlich scheine ich angekommen zu sein und meinen Platz gefunden zu haben.
Wie stressfrei ist das denn!

Fazit:

Älterwerden oder alt werden ist der Lauf der Natur – das können und sollen wir gar nicht ändern oder einbremsen.
Jedes Alter hat seine Vor- und Nachteile, seine Licht- und Schattenseiten. Es kommt immer darauf an, was man daraus macht und wie man sich selbst annimmt und akzeptiert. Es gibt noch viel Freude im Leben, auch wenn man die Nächte nicht mehr durchfeiern kann. Ich war sowieso immer der Meinung, dass extreme Partynächte überschätzt werden.

Alt ist man erst, wenn man sich und das Leben aufgegeben hat. Wenn man das Gefühl hat, am Ende der Geschichte zu stehen. Dabei ist es nie zu spät, etwas neues zu beginnen, etwas neues zu lernen oder sich zu ändern.

Also, liebe jungen Leserinnen,  bleibt entspannt. Und freut euch auf die Zeit, wenn ihr ohne Tampons in den Urlaub fahren könnt.
Und vergesst nicht, zu lachen! Das ist nämlich ganz wichtig.

Ich habe diesen Beitrag für die gleichnamige Blogparade von Ines Meyrose geschrieben, bei der ich mich für diese wundervolle Blogaktion hiermit bedanken möchte.

Foto: Die schönen Seiten des Älterwerdens – Das Leben jenseits der Fünfzig ©frau-sabiene.de
Text: Die schönen Seiten des Älterwerdens – Das Leben jenseits der Fünfzig ©frau-sabiene.de

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10 Kommentare

  1. Wieder einmal sehr schöne Zeilen von dir, die ich mit Genuss gelesen habe. Ich wünschte nur, mehr Menschen würden mit dem Älterwerden so gelassen umgehen wie du – die „Generation Botox“ fällt mir allmählich auf die Nerven …

    XOXO

    Sissi

    1. @Sissi: Botox und Co kann ich ehrlich gesagt verstehen, wenn es sich zum Beispiel um eine Schauspielerin handelt. Es ist zwar trotzdem blöd, wenn sie das tut. Schließlich kriegt sie keine Rollen mehr, wenn die Mimik weg ist. Aber von ihrem Anspruch aus gesehen kann ich diese Verzweiflung verstehen.
      Frauen, die gerade mal keine Karriere in Hollywood machen, sollten klüger sein.
      Liebe Grüße Sabienes

  2. Liebe Sabine, du meintest wohl ohne Menstruationstasse in den Urlaub 😉 ja ich werde nicht aufhören davon zu sprechen. Das mit dem Schönheitswahn kann man auch schon früher sein lassen, was zählt sind am Ende eh die inneren Werte und was man aus seinem Leben gemacht hat. Duuuu, ich weiß nicht, ob ich das mit dem Gastartikel morgen schaffe, hab wieder so viele Termine.

    Liebe Grüße
    Ella

    1. @Ella: Oder die Menstruationstasse … oder irgendwas anderes in der Art.
      Ich glaube, dieser Schönheits- und Jugendwahn ist in den letzten Jahren viel schlimmer geworden.
      LG
      Sabienes

  3. Das unterschreibe ich so. Die Prioritäten sind einfach anders als vor 20 Jahren. Und das ist gut so. Das Rad kann man nicht zurück drehen. Also genießen wir das Leben. Die 40 war für mich ebenfalls beängstigend. Komischerweise schlimmer als der 50. Geburtstag.

    Liebe Grüße Sabine

    1. @Sabine Gimm: An meinem 40. Geburtstag ging es mir auch so. Und damals sagte meine Lieblingsnachbarin zu mir, dass sie gerne noch mal 50 wäre! Das hat mir die Relationen noch mal zurecht gerückt. Die Frau hatte Mitte Fünfzig ihr Abitur gemacht und später, über 60 eine Ausbildung als Fremdenführerin absolviert. 😉
      LG
      Sabienes

  4. Was für ein fantastischer Beitrag. Den unterschreiben ich hundertprozentig. Heute sage ich mir, was kann es mir gut gehen. Ich bin gespannt auf deine anderen Beiträge und werde mich mal ganz in Ruhe umschauen.
    Liebe Grüße
    Gudrun

    1. @Gudrun: Wir haben es wirklich gut! Wir können auf ein geschäftiges Leben zurück blicken, haben viel erreicht. Wenn wir dazu noch bei guter Gesundheit sind und finanziell abgesichert sind und ein intaktes soziales Umfeld verfügen – was brauchen wir mehr!
      LG
      Sabienes

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