Braucht Frau Sabienes ein Tattoo? Was spricht dafür, was dagegen?

tattoos für frauen
Soll ich mir ein tattoo stechen lassen?

Immer, wenn ich ins Fitnessstudio gehe, schäme ich mich ein bisschen.
Denn ich gehöre zu den wenigen der dortigen Kunden, die ohne ein Tattoo herumlaufen.

Dabei sind schätzungsweise 75 Prozent meiner Mitturner, ob nun jung oder alt, männlich oder weiblich, tätowiert. Die restlichen 25 Prozent tragen ihre Tätowierung vielleicht an einer der unaussprechlichen Körperstellen, die ich zwischen Butterfly und Stepper nicht zu sehen bekomme.

Nun stellt sich mir die Frage: Soll ich mich als Frau in den besten Jahren tätowieren lassen?

Tätowierungen früher

In meiner Jugend ließ sich niemand tätowieren. Außer vielleicht Strafgefangene, Seeleute und Fremdenlegionäre. Tattoos galten als vollkommen asozial und waren indiskutabel.
Ungefähr seit den 80ern beobachte ich vermehrt Tätowierungen an Menschen in meiner Umgebung. Und inzwischen gibt es in jedem kleinen Kaff ein mehr oder weniger vertrauenserweckendes Tattoo-Studio.
Dabei werden diese kleinen unter die Haut geritzten Bildchen nicht nur von Künstlern, Coolen, Nicht-Spießern, Musikern, Avantgardisten und Mitgliedern der Hells Angels getragen.
Sondern von ganz normalen Frauen und Männern wie du und ich.

Und ich muss einmal gestehen, dass mir das irgendwie ein bisschen gefällt.

Tribal Tattoo

Wenn sich Frauen in den besten Jahren ein Tattoo stechen lassen …

Ich kenne einige Frauen, die mitunter über 40 Jahre alt gewesen sind, als sie sich ihr erstes Tattoo haben stechen lassen.

Die Gründe sind vielfältig, wie die Frauen selbst:

  • Beginn eines neuen Lebensabschnitts
  • Ende einer schwerwiegenden Lebenskrise
  • Um endlich aller Welt zu demonstrieren, dass sie gar nicht so bieder und angepasst sind, wie es immer scheint
  • Weil sie einfach Lust darauf hatten, dies zu tun.

Es gibt natürlich auch einige gute Gründe, die dafür sprechen, sich erst in den besten Jahren eine Tätowierung zuzulegen:

  • Man wird nicht mehr so blöd sein und sich den Namen seiner großen Liebe auf den Arm sticheln zu lassen
  • Meistens ist man in diesem Lebensabschnitt finanziell so gut situiert, dass man sich den besten und saubersten Tätowierer der ganzen Stadt suchen kann
  • Mit 50 Jahren wird man sich wirklich keine Gedanken mehr darüber machen müssen, ob einem das Tattoo in 20 Jahren noch gefällt.
    Ich meine damit: Wenn das dann mit 70 die größte Sorge ist, dann hat man wenigstens sonst keine Probleme.

 

Eine andere Frage lautet natürlich:

An welcher Körperstelle könnte ich mich tätowieren lassen?

Die Rückenpartie fällt für mich flach. Denn dann könnte ich nur mit Verrenkungen das Kunstwerk bewundern oder kontrollieren, ob es noch da ist.

Am Oberarm sind Tätowierungen schon fast langweilig. Trägt man dort nicht für gewöhnlich einen Anker oder ein Herz mit Banderole („Für immer dein!“)?

Die Beine finde ich gerade etwas ungeeignet, bevor ich mir nicht endlich mal meine Venen habe untersuchen lassen.

Am Dekolleté würde es mir auch nicht gefallen und eine Tätowierung auf der Innenseite des Unterarms stelle ich mir sehr schmerzhaft vor.

Was überhaupt nicht in Frage käme wären natürlich Buchstaben auf den ersten Fingergliedern („Jobkiller“) und ein Tribal über dem Steiß („Arschgeweih“)

Tribal Tattoo

Welches Motiv darf es denn sein?

Und mit dem Tribal wären wir schon bei der nächsten Frage – dem Motiv.

Tribals finde ich zwar schön, aber irgendwie abgeschmackt.

Irgendwelche asiatischen Schriftzeichen finde ich riskant, wenn ich nicht selbst lesen kann, was da steht.

Die Namen meiner Kinder samt den Koordinaten ihrer Geburtsorte wäre originell. Die Idee ist allerdings bereits von Angelina Jolie besetzt. Andererseits könnte ich dann auch noch ihre Geburtstage hinzufügen.
Und das wäre die Tätowierung im fortgeschrittenen Alter als Gedächtnisstütze hilfreich.

Schmetterlinge, Herzen, Drachen, Einhörner, Schwerter – NEIN!

Die Frage, ob die Tätowierung nun schwarzweiß, bunt und/oder schattiert sein soll, lasse ich mal außen vor.

Mein persönliches Fazit:

Ehrlich gesagt: ich habe noch keins.

Vielleicht ist es auch ein Vorteil, wenn man als Frau in den besten Jahren nicht mehr alles mitmachen muss. Man ist ja auch so schon cool genug.

Trotzdem ist diese Frage für mich noch nicht endgültig geklärt.

Soll ich?
Soll ich nicht?
Ist das alles nicht ein blöder Schmarrn? In meinem Alter?

Was meint ihr dazu?

Foto: Braucht Frau Sabienes ein Tattoo? Was spricht dafür, was dagegen? ©frau-sabienes.de
Text: Braucht Frau Sabienes ein Tattoo? Was spricht dafür, was dagegen? ©frau-sabienes.de
Tattoo-Motiv: Designed by Freepik

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24 Kommentare

  1. Ich weiß nicht wofür du dir solche Gedanken machst?
    Ein Tattoo ist kein Trend, den man ablegen kann wie eine Kette, wenn er vorbei ist. Ein Tattoo sollte man sich nur anschaffen, wenn man sich sicher ist – entweder, weil man unglaublich begeistert von einem Motiv ist, oder weil man eine echte Bindung zu etwas hat, das unter die Haut soll.

    Als junger Mensch macht man viele Fehler und lässt sich schnell mal ein Einhorn auf die Pobacke stehen – aber muss man über „brauch ich das wenn alle sowas haben?“ noch nachdenken, wenn man in deinem Alter ist?

    Ich bin erst 21 und werde mir keins stechen lassen und weißt du warum? Weil ich selbst Künstlerin bin. Ich bin zu perfektionistisch, was sowas angeht und wenn nur ein Pünktchen nicht stimmt ärgere ich mich grün und blau. Und zwar mein Leben lang. Außerdem möchte ich Kleider tragen ohne darüber nachzudenken, dass irgendwo ein unpassendes Tattoo hervorblitzt…

    Ich finde es sollte eine Entscheidung von „Möchte ICH es haben?“ sein und nicht „MUSS ich es haben, weil ich sonst ein Außenseiter bin?“.

    Wenn du dir also zu viele Fragen stellst, die immer neue aufwerfen, dann lass es bleiben – ein Tattoo ist eine Lebensentscheidung 😉

    Liebe Grüße > sara

    1. @sara: Du hast Recht. Meine Formulierung im Zusammenhang mit einem Trend war nicht so ganz Ernst gemeint. Mir ist nur aufgefallen, dass es immer mehr Tattoos gibt und ich bin wirklich nicht die Einzige im Fitnessstudio, die keines hat.
      Ich bin vielleicht nicht eine solche Künstlerseele wie du, aber Fehler würden mich auch stören. Vor allen Dingen aber auch, wenn sich das Tattoo im Laufe der Zeit verändert, verblasst.
      Liebe Grüße Sabienes

  2. Das Thema hatten wir hier auch, meine ältere Tochter meinte ich könnte mir in meinem Alter auch eins stechen lassen, aber ich hartere schon ein paar Jahre , irgendwie hab ich da doch bisel Schieß 🙂
    LG Leane

  3. Huhuu!

    Ich sehe es genau anders herum. Wenn Du Dich den Fragen erst einmal stellst, dann ist das gut und zeugt von Interesse daran. Du denkst intensiv(er) darüber nach. Und das ist ja wichtig.

    Generell kannst Du Dich ja immer noch komplett dagegen entscheiden. Nur weil Du jetzt Fragen aufwirfst heißt das nicht, daß Du es bleiben lassen solltest.

    Ansonsten mach, wie es Dir gefällt. Allerdings nicht, weil Du vielleich zu einer „Minderheit“ gehörst. Ob Du es brauchst? Wollen mußt es es auf jeden Fall.

    Ich selbst wollte schon immer Tattoos haben. Seit ich 14 oder 15 bin. Dennoch habe ich weiter überlegt. Letztendlich habe ich mit 24 ein Tribal auf der Schulter stechen lassen und ein Jahr später am rechten Wadenbein. Ebenfalls ein Tribal (selbstgezeichnet) und in S-Form.

    Und seit Jahren will ich weitere Tattoos, allerdings weiß ich auch nicht, welche Motive. Meine zwei Tattoos haben alle irgendeinen Grund bzw. das steckt da was dahinter.

    Mandala Tattoos sind glaub ich ganz in. Und furchtbar klasse finde ich die 3D-Tattoos. Motive sind im Kopf. Nun brauche ich nur jemanden, der das perfekt nach meinen Vorstellungen zeichnet und dann auch noch sticht.

    Zu alt bist Du keinesfalls und überhaupt bin ich gespannt, ob Du Dir irgendwann einmal eins stechen läßt. Es gibt soviele Möglichkeiten. Mit ein bisserl Kreativität hast Du dann eben ein Unikat auf Deiner Haut.

    Liebe Grüße
    Sandra

    1. @Sandra: Zuerst das Motiv – dann das Tattoo … das ist ein netter Ansatz. Und das löst für mich auch ein bisschen die Frage, ob ich mir eins stechen lassen soll oder nicht. Denn am Motiv scheitert es im Moment immens.
      Liebe Grüße Sabienes

  4. Herrlich! Schon beim Lesen des Titels dieses Artikels musste ich schmunzeln. Deine Gedanken finde ich sehr erfrischend. Wenn du Lut auf ein Tattoo hast: warum nicht? Erst mit über 40 wissen wir Frauen doch erst so wirklich, wer wir sind, wo wir stehen und was wir vom Leben noch alles Schönes erwarten. Gewagte Ansage, ich weiß.

    Solltest du dich für ein Tattoo entscheiden, kommt das Motiv mit Sicherheit von allein zu dir. Ich jedenfalls bin gespannt, wie es weitergeht …

    XOXO

    Sissi

    1. @Sissi: Naja. Das Projekt „Frau Sabienes lässt sich vielleicht tätowieren“ liegt gerade mal auf Eis. Denn der beste aller Ehemänner hat mir eröffnet, dass ihn das ganz fürchterlich stören würde, wenn ich eins hätte.
      Normal bin ich ja nicht so. Aber da mir das ganze nicht so sehr wichtig ist wie andere Sachen, lasse ich das mal bleiben.
      Liebe Grüße Sabienes

  5. Hey, ich habe mir damals eines mit 20 stechen lassen. Da waren die Farben und die Technik noch nicht sehr gut. Mit Mitte 30 habe ich es weglasern lassen.
    Mit anfang 30 kam noch ein Tattoo dazu und jetzt mit 40 auch gleich zwei Weitere. Ich habe eingesehen, dass ich mit 20 einfach zu jung war um wirklich über ein sinnvolles Motiv nachzudenken. Jetzt jedoch habe ich lange überlegt und an den Motiven gebastelt und bin sehr zufrieden damit, da sie etwas für mich bedeuten :).
    Zu deiner Frage an dich selbst würde ich sagen: mach doch, man ist nie zu alt :).

  6. Über ein Tattoo hatte ich vor einigen Jahren mal nachgedacht und mich dagegen entschieden. Die Entscheidung muss wohl jeder für sich treffen. Wenn, dann wäre die Außenseite am Bein über dem Fußgelenkknöchel entscheiden.

    Liebe Grüße Sabine

    1. @Sabine Gimm: Am Fußgelenk würde mich das stören. Eher vielleicht an der Innenseite des Handgelenks.
      Aber ich überlege noch mal. Bin ja noch jung! 😉
      Liebe Grüße Sabienes

  7. Ich habe mich vor ein paar Monaten tätowieren lassen. Mit 40. Es tat höllisch weh, bereue es aber keine Sekunde. Es ist eine Hommage an meinen Vater, der Uboote konstruiert hat.
    Es gibt dazu einen Beitrag, vielleicht fällt Dir Deine Entscheidung dann leichter:
    http://yoursecret.blog/?p=66

    Viele Grüße
    Harsti
    P.S.: Ich kann leider bei dir nicht kommentieren!

    1. @Harsti: Dein Vater hat U-Boote konstruiert? Dann könnte ich vielleicht mal über eine chemische Formel als Tattoo nachdenken.
      Liebe Grüße Sabienes

  8. Alles verändert sich….ein Tatoo bleibt immer wie es ist. Und wenn ich manchmal junge Frauen sehe, die sich großflächig die Beine und das Dekolletee tätowieren lassen, denke ich mir, du hast keine Ahnung wie es dir 20 Jahre später damit geht. Man kann es sich einfach nicht vorstellen.
    Ich glaube, nach wie vor, man verbaut sich dadurch auch bestimmte Wege. Das gilt vielleicht nicht mehr mit 50 aber warum jedem Trend hinterher laufen?

    Es gibt schon wirklich schöne Tatoos aber gefällt dir deine Handtasche, die du dir vor 20 Jahren gekauft hast auch immer noch?

    Liebe Grüße August

  9. Ich habe jahrelang überlegt was für ein Motiv ich will, ich war mir aber hundertrpozent sicher dass ich mich tättowieren lassen wollte.
    Inzwischen habe ich alle Wunschmotive zusammen nur noch nicht die richtigen Tätowierer 🙂
    Im letzten Urlaub habe ich mich dann mega spontan unter die Nadel gelegt und eines der Motive realisiert und ich bin verliebt.
    Man muss sich eben viele Gedanken über das Motiv machen, dass man es noch mag.

    Viele liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

  10. Wenn nicht jetzt, wann dann – und warum nicht? 😉

    Dachte ich vor 7 Jahren und habe endlich, nach über 20 Jahren Überlegung Taten folgen lassen.

    Das Motov war reiflich überlegt, die Schmerzen auszuhalten (Schließlich habe ich drei Kinder geboren 😀 ) und der der Künstler der Hautverschönerung hat sich nicht mal über mein Alter gewundert.

    Ehrlich, liebe Sabienes, was schert uns, was andere denken? Was interessiert es mich, wie ich damit in 20 Jahren – also mit 77 – aussehe?

    Wir werden faltig, alles folgt irgendwann mehr oder weniger der Schwerkraft. Dann schauen wir halt zu, dass wir uns und das was uns schmückt, mit erhobenem Haupt und einem Lächeln durch die Gänge des Seniorenstifts oder die Weiten der Landschaften schieben. 😉

    Mein erstes Tattoomtiv mit 50 Jahren war/ist eine Eule für die Weisheit des Alters (Was mich bis heute nicht erreicht hat *g*) und die Worte „Quo vadis“.

    Liebe Sabienes, ich finde deine Überlegungen wirklich sehr gut. Ich denke, wenn du der Sache gegenüber völlig abgeneigt wärst, würdest du dir nich so viele Gedanken drüber machen. 😉
    Folge einfach deinem inneren Impuls.

    Liebe Grüße

    Elli 🙂

    1. @Elli: Mein innerer Impuls sagt mir, dass mir aus den Gründen, die auch du schon genannt hast, es mir egal sein kann, wie ich in 20 Jahren über meine Tätowierung denke.
      Aber ich habe festgestellt, dass es mein Mann eine solche Maßnahme nicht akzeptieren würde. Ein Tattoo ist mir nicht soooo wichtig, dass ich deswegen längere Diskussionen vom Zaun brechen würde oder möchte. Da gebe es andere Themen.
      Also lassen wir das mal.
      Aber die theoretische Beschäftigung mit der Tattoo-Frage war schon hilfreich und interessant.
      Liebe Grüße Sabienes

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