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Nein heißt Nein! Für eine Reform des Sexualstrafrechts

nein heißt nein
Ich habe es in meinem Artikel über die Vorfälle in der Silvesternacht 2015 bereits angesprochen: Die wenigsten Vergewaltigungen werden in Deutschland angezeigt. Und diesmal habe ich sogar konkrete Zahlen für diese Behauptung (mit Quelle):

Jede 7. Frau erlebt in Deutschland mindestens einmal schwere sexuelle Gewalt. Davon werden etwa 5% – 15% angzeigt, aber nur 8,4% der Täter werden verurteilt.

Wenn man sich dann noch vor Augen führt, wie gering stellenweise das Strafmaß ausfällt, klingt das wie ein Hohn.

Warum werden so wenige Täter angezeigt?

Dafür gibt es viele Gründe.
Es mag daran liegen, dass die meisten sexuellen Übergriffe im häuslichen Umfeld oder im Freundes- und Kollegenkreis stattfinden. Ich kann gut verstehen, wenn eine Frau in einem solchen Fall mit unangenehmen Konsequenzen rechnet und lieber schweigt.
Auch die Hürden, die eine Frau zu bewerkstelligen hat, um eine Vergewaltigung anzuzeigen und die schlechten Erfolgsaussichten sind ein großes Problem.

Nein heißt Nein!

Nach aktuellem Strafrecht reicht es nicht aus, wenn eine Frau Nein sagt und dazu ein bisschen weint. Sie muss sich erkennbar gegen den Geschlechtsverkehr gewehrt haben. Das dürfte in vielen Fällen aber gar nicht so einfach sein.
Denn nach einem ganz seltsamen Männer-Mythos meint eine Frau ja immer „Ja“, wenn sie „Nein“, was vielleicht auf der völlig absurden Annahme fußt, dass Mann es einer Frau „ja nur mal so richtig besorgen muss“.
Manchmal wird auch ganz einfach deswegen sexuelle Gewalt angewandt, weil man es eben kann.

Sexualität als Machtinstrument

Ich finde es unerträglich, dass heutzutage etwas schönes, wie Sexualität immernoch als Machtinstrument missbraucht wird, und leider auch manchmal von Seiten der Frauen. Aber ich möchte nicht weiter auf solche Fälle eingehen, weil sie in einen niedrigen – wenn auch traurigen und tragischen – Anteil darstellen. Dennoch geht es auch hier um Macht und Machtmissbrauch.
Aber mit Sicherheit brauchen wir eine Reform des Sexualstrafrechts, damit gewährleistet ist, dass es ein angezeigter und überführter Täter auch bestraft wird. Und ich wünsche mir zudem auch auf den Polizeistationen Routinen, die gewährleisten, dass vergewaltigte Frauen sich überhaupt dort hin trauen.
Die Vorfälle in Köln während der Silvesternacht sind ein passender Anlass, das alles einmal voranzutreiben.

Unterstützen kann man dies, indem man diese Petition auf Change.org unterschreibt und wenn man will, kann man dem Bundesminister für Recht und Verbraucherschutz, Heiko Maas mit einer persönlichen Nachricht taggen.
Und auch, wenn ihr nicht vorhaben solltet, eine Petition zu unterschreiben, dann folgt doch einmal diesem Link. Die Verfasser erklären die Sachverhalte viel besser, als ich es kann.

Ich weiß nicht, ob Petitionen so viel bringen und ob der Heiko alle seine Nachrichten liest.
Aber wenn man gar nichts tut, wird sich erst recht nichts ändern.

Alle Fotos:Nein heißt Nein! Für eine Reform des Sexualstrafrechts ©frau-sabienes.de unter Verwendung eines kostenlosen Stockfotos von Gerd Altmann auf Pixabay
Text: Nein heißt Nein! Für eine Reform des Sexualstrafrechts ©frau-sabienes.de
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Nein heißt Nein! Für eine Reform des Sexualstrafrechts
Beschreibung
Nein heißt nein, auch wenn viele das noch nicht wahrhaben wollen und deswegen brauchen wir eine Reform des Sexualstrafrechts
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