Heilfasten und Fastenzeit – Start der Artikelserie über das Fasten

heilfasten
Start der Artikelserie über das Fasten

Am letzten Mittwoch hat die Fastenzeit begonnen, und etliche Christen setzen sich in den nächsten 40 Tagen zumindest theoretisch mit dem Fasten auseinander.
Dieser Artikel ist der Start einer Artikelserie, in der ich in den nächsten Wochen über die verschiedenen Arten des Fastens schreiben werde.

Heute beginne ich mit den grundsätzlichen Aspekten zum Thema Fasten und dann wird es um den Klassiker gehen, dem Heilfasten.

Warum wird gefastet?

Es gibt wohl kaum eine Kultur oder Religion, in der nicht in irgendeiner Form regelmäßig gefastet wird, bzw. dies in der Tradition irgendwie verankert ist. Meistens sind oder waren diese Fastenzeiten nicht ganz freiwillig, sondern hatten eher pragmatische Gründe: Waren die Vorräte alle aufgefuttert und die nächste Ernte noch nicht in Sicht, gab es nichts zum Essen. Fertig.
Zu den natürlichen Gegebenheiten kam dann noch ein gewisser religiöser Unterbau. Man fastete, um sich auf Ostern und dem Martyrium Jesus Christus vorzubereiten oder weil Mohammed das auch irgendwann getan hat. Man fastete schon immer auch aus religiösen Gründen: Zur Vorbereitung auf ein bestimmtes Fest oder Zeremonie oder um zu einem Sartori („göttliche Eingebung“) zu gelangen.
Das Fasten – also nicht Hungern, sondern der freiwillige Verzicht – ist eine Handlung, die uns als Generationserbe bekannt ist.

Fasten ist gesund!

Unsere Urahnen ahnten dies vielleicht mehr, als das sie es wissenschaftlich haben begründen können: Fasten ist gesund!
Schon 14 Stunden ohne Essen sorgt dafür, dass der Körper in einen Reinigungsmodus umschaltet. Dabei werden die Zellteile, die im Laufe der Zeit unbrauchbar geworden sind, abgetragen. Wenn unser Körper nicht pausenlos damit beschäftigt ist, Schweinshaxen zu verdauen, hat er Zeit und Muße, Bakterien und Viren erfolgreich zu bekämpfen.
Wer länger fastet stellt fest, dass er einen stärkeren Zungenbelag haben wird und das er schlecht riecht – Symptome, die man einem gewissen Reinigungsprozess zuordnen kann. Aber nicht nur der Körper reinigt sich, fasten – und hier gerade das Heilfasten – haben auch eine geistige und seelische Komponente.

Gut zu wissen:

  • Auch wenn ihr beim Fasten an Gewicht verlieren könnt, ist dies keine Methode zur Gewichtsreduktion! 
  • Und: Bevor ihr mit dem Fasten beginnt, solltet ihr das mit eurem Arzt abklären.

Das Heilfasten – Der Fastenklassiker

Spricht man vom Heilfasten, meint man meistens das Fasten nach Buchinger (Otto Buchinger, Deutscher Arzt 1878-1966).
Heilfasten ist vielleicht mit die anstrengendste Form des Fastens, aber auch die einfachste und effektivste und sie läuft so ab: 

Vorbereitungstage

An den ein bis zwei Vorbereitungstagen muss der Darm völlig entleert werden. Das geht mit einem starken Abführtee, Glaubersalz, Passage-Salz oder mit einem kleinen Klistier.
An diesen Tagen dürft ihr noch ein bisschen was essen, aber die Nahrung sollte fettarm und ohne leere Kohlenhydrate sein.

Fastentage

Nun beginnen die eigentlichen Fastentage, die zwischen drei und fünf Tage dauern können. Es gibt auch Personen, die über Wochen hinweg gefastet haben. Aber wenn man damit nicht gerade den Rückzug der Britischen Besatzung aus der indischen Kronkolonie erreichen will, macht das in meinen Augen nicht viel Sinn.
Und praktikabel ist das für die Meisten von uns auch nicht.
Während dieser Tage trinkt ihr einmal am Tag eine Tasse Gemüsebrühe und ein Glas Frucht- oder Gemüsesaft, insgesamt sollte eure tägliche Kalorienzufuhr nicht mehr als 500 kcal betragen.
Wichtig ist, dass ihr sehr viel trinkt, mindestens 2 – 3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee.
Es gibt spezielle Fastentees, die die Entschlackung des Körpers unterstützen. Hilfreich ist es auch, wenn ihr an diesen Tagen viel in der frischen Luft seid, Leberwickel macht oder Ölkuren anwendet. In vielen Städten gibt es Fastenkurse, in denen man sich mit Gleichgesinnten treffen kann. Ich denke, dass man hier sehr viel Unterstützung erhält.
Während des Heilfastens könnt ihr natürlich zur Arbeit gehen, Sport treiben und sogar für die Familie was kochen (wenn es sein muss!).
Aber wenn ihr diese Zeit ein bisschen zum Nachdenken und Entspannen nutzt, ist das nur gut für euch.

Fastenbrechen

Nachdem ihr 5 Tage plus Vorbereitungstage gefastet habt, dürft ihr euch natürlich nicht gleich ein fettes Steak mit Pommes einverleiben. Als Faustformel sollte man die Anzahl der Fastentage geteilt durch 3 als Aufbautage einkalkulieren.
Traditionell wird das Fastenbrechen mit einem Apfel eingeläutet, der dann auch dafür sorgt, dass die Verdauung wieder funktioniert. Ihr solltet an diesen Tagen nur Gemüse und Vollkornprodukte essen. Verboten sind Fleisch, Süßigkeiten, Fast Food und Alkohol.

Weitere Informationen:

Über das Heilfasten haben viele kluge Leute viele kluge Bücher geschrieben. Empfehlen kann ich euch diese hier:
(Vorsicht! Amazonlink!)

Wie neugeboren durch FastenNeugeboren durch Fasten

Wie neugeboren durch Fasten von Hellmut Lützner

Dieses Buch war mir immer eine echte Hilfe bei der Vorbereitung und der Durchführung einer Fastenkur.

Buchinger Heilfastenheilfasten buchinger

Buchinger Heilfasten von Dr. med Andreas Buchinger

Der Enkel führt das Heilfasten vom Ur-Opa weiter. In diesem Buch werden die Mechanismen, also das, was während dem Fasten in unserem Körper vorgeht, sehr gut beschrieben.

ruediger dahlke

Das große Buch vom Fasten – Dr. Ruediger Dahlke

Dieses Buch wartet nicht nur mit vielen Tricks und Tipps auf, es vermittelt auch einen geistig-spirituellen Ansatz zum Thema Fasten.

Habe ich nun euer Interesse für das Heilfasten wecken können? Oder praktiziert ihr dies schon seit Jahren und ich konnte euch gar nichts mehr Neues erzählen?
Oder erscheint euch diese Methode zu hart?
Dann schaut mal in der nächsten Woche wieder vorbei, denn dann wird es um das intermittierende Fasten gehen.

Foto: Heilfasten und Start der Artikelserie über das Fasten ©frau-sabienes.de
Text: Heilfasten und Fastenzeit – Start der Artikelserie über das Fasten ©frau-sabienes.de

Ähnliche Artikel:

2 Kommentare

  1. Liebe Sabine
    Auch meine ganze Familie hat sich zu 40 Tagen Fasten entschlossen. Bzw. haben wir vor auf Fleisch, Wurst, Süßigkeiten, Zucker, Alkohol und Knabberzeugs (Chips) zu verzichten. Dazu 2-3 Liter Wasser über den Tag verteilt trinken. Sowie die letzte Mahlzeit um spätestens 18 Uhr. Mittlerweilen sind wir am Tag 8 angelangt. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich einen riesigen Zuckerentzug habe. Mal gucken, wie es weiter geht…..
    Ganz liebe Grüße
    Nila

    PS.: Juhuuu, jetzt funktioniert das Kommentieren wieder 🙂

    1. @Nila: Ihr seid ganz schön streng! Und alle machen mit, super!
      Zuckerentzug kannst du auch mit Äpfeln oder Trockenobst dämpfen, gegen Schokoladengelüste helfen Walnüsse.
      Macht weiter so, ich drücke euch die Daumen!
      LG Sabienes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du weiterliest, gehe ich davon aus, dass das für dich OK ist weitere Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close