Glauben – Oder: Woran glaubst du? Themenwoche der ARD

glauben
Frau Sabienes und der Glauben

„Woran glaubst du?“ – so heißt die aktuelle Themenwoche bei der ARD. In diesem Rahmen werden bis zum 17. Juni Beiträge (Spielfilme, Dokumentationen usw.) zum Thema Glauben gesendet.
Im Moment leben wir in einer Zeit, in der der christliche Glaube für viele Menschen immer mehr an Bedeutung verliert. Dafür spüren wir ein Erstarken eines ganz traditionellen Islams – bis hin zu seinen (gewollten) Fehlinterpretationen, die in Mord und Todschlag enden.

In diesem Zusammenhang eine solche Themenwoche zu gestalten, finde ich sehr klug. Zumal wir ja auch in diesem Jahr das Lutherjahr begehen.

Und da man Frauen in den besten Jahren gerne einmal eine vermehrte Hinwendung zum Glauben und/oder zur Spiritualität nachsagt, werde auch ich mich heute gewissen Glaubensfragen widmen.
Ich muss euch warnen: Dieser Artikel ist ellenlang und ihr werdet Stunden brauchen, um ihn zu lesen!

Frau Sabienes und die Religion

Seit ihrem Bestehen hat sich die Menschheit aus welchen Gründen auch immer etliche Religionen ausgedacht. Trotz einer großen Auswahl halte ich es für sinnvoll, sich mit der Glaubensrichtung zu beschäftigen, in die man hineingeboren worden ist. Denn auch, wenn der Buddhismus so wunderbar friedlich, weise und schön ist, so hat er erstmal wenig mit unserer eigenen Kultur und Sozialisierung zu tun. (Zumal es sich beim Buddhismus eher um eine Philosophie handelt)

Als Katholikin im protestantischen Hamburg

Ich bin katholisch getauft und in Hamburg passierte mir die Ungeheuerlichkeit, dass ich dort in katholische Nonnenschulen ging. Dennoch zeigten sich meine Eltern in religiösen Dingen äußerst liberal und der sonntägliche Kirchgang war nur phasenweise in Mode.
Als ich später aus der Kirche ausgetreten bin, meinte mein Vater lediglich, dass dies vielleicht Probleme bei einer etwaigen Heirat hervorrufen könnte. Wenn nämlich die Eltern meines künftigen Mannes gerne eine kirchliche Hochzeit sehen würden.
Damals fand ich das ganz fürchterlich anti-progressiv, heute halte ich diese Ansicht für ein bisschen klug.

Ich bin übrigens nie aus Geldgründen ausgetreten oder weil es mir an Glauben mangelte. Ich war mit der Politik und den Dogmen der Katholischen Kirche nicht einverstanden.  

Irgendwo habe ich mal gelesen:

„Religion ist der Dschihad des Glaubens!“

Und das ist genau meine Meinung.

Frau Sabienes und der Glauben

woran glaubst du
Bin ich gläubig?

Ich denke, ich bin auf meine Art ein gläubiger Mensch, auch wenn ich für meinen Glauben keinen Vorbeter oder Vordenker benötige.

Ich glaube (ein Auszug aus meinem persönlichen Credo):

  • daran, dass der Mensch ein vernunftbegabtes und gutes Wesen ist oder sein könnte. Nämlich dann, wenn man ihn lässt und nicht ständig mit seinem Lebenserhalt stresst. Und wenn man ihn anleitet, selbstständig zu denken.
  • Daran, dass wir alles Eins sind. Wir sind verbunden mit der Natur um uns herum und mit allen Menschen und Wesen.
    Deswegen bin ich auch überzeugt, dass sich gute Taten immer lohnen, auch wenn sie noch so klein sind. Tue ich heute jemanden einen Gefallen, geht der mit einem guten Gefühl nach Hause und ist dort nett zu seiner Familie …. und so weiter.
  • Daran, dass wir allem und jedem mit Liebe und Respekt begegnen sollten. Das gilt auch für Menschen, die wir nicht mögen. Oder gerade für die … .
  • Daran, dass Schicksalsschläge aller Art zwar traurig, verletzend, schmerzhaft sind. Aber wenn wir sie als Aufgabe betrachten, werden wir daraus lernen.
  • Daran, dass wenn wir Gott sehen wollen, wir bloß in uns hineinhören brauchen. Da steckt er nämlich. Oder wir gehen raus in die Natur, spüren den Regen, die Sonne, den Wind. Da sind wir daheim. Insofern ist auch die Frage, ob es sich „bei jenem höheren Wesen, das wir alle verehren“ um einen Gott, eine Göttin oder um viele Götter handelt, sinnlos.
    Allerdings tut man sich in einem Vielgötterglauben leichter, tolerant zu denken.
  • Daran, dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen müssen. Denn vom Universum aus betrachtet, sind wir nicht mehr, als ein Sandkorn.
  • Daran, dass mit Humor und Lachen alles viel besser geht.

Der Sinn des Lebens

der engel zeigt den sinn des lebens
Was ist der Sinn des Lebens?

Ich stelle mir vor, dass in frühen Zeiten die Motivation und der Ursprung von Religionen der Gleiche war, wie der der Wissenschaften. Die Menschen wollten damals etwas über den Sinn des Lebens erfahren und wie das da alles wohl zusammenhängt. Man ging existentiellen Fragen nach, wie „Wann kommt endlich das Nilhochwasser“ oder „Warum blitzt es gerade am Himmel?“ oder „Wo geht ein Mensch hin, wenn er tot ist?“.
Dann schaute man zu den Sternen oder rauchte ein paar lustige Kräuter und fand (oder erfand) einen gewissen Zusammenhang.

Über die Frage nach dem Sinn des Lebens konnte aber auch der Glauben keine erschöpfende Antwort liefern.
Dafür fühlte sich dann in der Neuzeit die geniale Truppe Monty Python in dem gleichnamigen Film zuständig.
Nach meiner Meinung ist dies die klügste Erklärung zu dieser Angelegenheit überhaupt:

Also, nun kommt der Sinn des Lebens.
Nun, es ist wirklich nichts Besonderes.
Versuch einfach nett zu den Leuten zu sein, vermeide fettes Essen, lese ab und zu ein gutes Buch, lass dich mal besuchen, und versuch mit allen Rassen und Nationen in Frieden und Harmonie zu leben.“

Mein Glauben …

… erscheint euch vielleicht im ersten Moment ein bisschen durcheinander und zu unkonventionell.
Aber ich habe nur den einen in meinem Kopf und nun wisst ihr, wie ich denke.
Du glaubst wahrscheinlich oder vielleicht an andere Dinge, gehörst einem anderen Glauben an. Und das ist gut.

Die Themenwoche der ARD hat mich übrigens nur zu diesem Artikel inspiriert. Ansonsten steht er in keinem Zusammenhang mit diesem Sender. Trotzdem vielen Dank an den Herrn Intendanten.

Alle Fotos: Glauben – Oder: Woran glaubst du? Themenwoche der ARD ©frau-sabienes.de
Text: Glauben – Oder: Woran glaubst du? Themenwoche der ARD ©frau-sabienes.de

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5 Kommentare

  1. Liebe Frau Sabiene,
    vielleicht ist die Einstellung unserer Generation zu Glaubensfragen doch sehr von unserer Sozialisation geprägt? Ich bin auch lückenlos katholisch erzogen worden, zumindest ab dem 2. Lebensjahr in entsprechenden Einrichtungen mit Nonnen. An mir hat Gottes Bodenpersonal ganze Arbeit geleistet inklusive eines Priesters, meinem Philosophielehrer, der mir dann noch zusätzlich die geistigen Grundlagen für meine Abkehr lieferte.
    Mein persönliches Credo enthält viele der bei Ihnen aufgelisteten Punkte. Und auch mein Fazit könnte das von Monty Python sein. Die Liebe ist für mich die Essenz von allem mit dem Wissen ( oder die Wissenschaft ) eine Grundlage für meine Lebensführung.
    Das Wissen um entsprechende Geschehnisse sagt mir übrigens auch, dass der Buddhismus keineswegs friedlich, lieb und nett ist, wie es uns der ewig lächelnde Dalai Lama weismachen will. Religion & „Dschihad“ gehören wohl wirklich zusammen.
    Ich befürchte, ohne die Erfahrungen der Kriege des 20. Jahrhunderts, stellen die jüngeren Generationen das alles nicht mehr so in Frage.

    Liebe Grüße!

    P.S. Wie kommt man von HH nach Obernburg? Interessiert mich, weil ich aus der Gegend hinter den Odenwaldbergen nach Köln gekommen bin…

    1. @Astridka: Das, was in den Religionen so abgeht, ist alles von Menschen gemacht und ersonnen und hat mit dem Glauben als solchem erst mal nix tun.
      Von HH kommt man nur dann nach Obernburg, wenn man vorher noch sehr lange in Rosenheim gelebt hat. 😉 Von welchem Odenwaldberg kommst du?
      LG Sabienes

  2. Hallo Sabine,

    mit deinem Artikel hast du mich zum Nachdenken gebracht. Ich stimme dir bei deiner Lebenseinstellung zu. Alles, was wir anderen antun (positiv wie negativ) fällt irgendwann auf uns zurück. Leider manchmal nur (sehr) indirekt. Ich habe mal einen Satz gehört, dass jede“Religion“ , die von alten Männern in wallenden Gewändern (= alle! !!!) Probleme und sogar Kriege verursachen kann.

    1. @Simon: Natürlich geschehen solche Rückwirkungen immer nur indirekt. Deswegen ist dieses „Auge um Auge – Zahn um Zahn“ auch solcher Unsinn.
      LG Sabienes

  3. Wenn man sich, wie du schreibst wenigstens einmal mit dem ursprünglichen Glauben seines eigenen Landes auseinandersetzen soll, dann wird man um den keltisch, gemanische Polytheismus wohl nicht herum kommen 😉 – aber grundsätzlich glaube ich auch, dass wir vorallem unsere eigene göttlich Schöpfungkraft erkennen müssen und nicht irgendwelchen (von anderen Menschen) erfundenen Abstrakten huldigen sollten. Religion, ist meistens für Menschen, die sich keine eigenen Gedanken machen wollen. Vorkauen lassen ist ja angenehmer als selbst kauen. LG Ella

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