„Voll der Horror?“ Keine Angst vor den Wechseljahren!

keine angst vor den wechseljahren
Don’t Panic!

„Wechseljahre – Das muss ja voll der Horror sein!“ meinte kürzlich eine Bekannte von mir. Sie ist Mitte Dreißig, kämpft sich als alleinerziehende und berufstätige Mutter und einigen Pfunden zu viel durchs Leben und ist notorisch sehr gestresst.

Ich antwortete: „Hab keine Angst vor den Wechseljahren. Denn schlimmer wird es nicht werden!“

Keine Angst vor den Wechseljahren

Mit den Wechseljahren hat die Natur einen wundersamen Mechanismus „ersonnen“, der den Grund hat, Frauen ab einem gewissen Alter vor dem Kinderkriegen zu schützen.
Eine Schwangerschaft ist eine große Belastung für den Körper jeder Frau, selbst wenn sie gut verläuft. Den erhöhten Risiken und Gefahren für Mutter und Kind will die Natur damit einen Riegel vorschieben.
Es gibt zwar immer wieder Frauen, die bei der Geburt ihrer Kinder über 50 Jahre alt sind. Aber dies ist meist nur dank medizinischer Hilfe möglich und sollte eine Ausnahme darstellen.
Dennoch halte ich diese „Maßnahme“ der Natur für eine sehr praktische und gute Lösung.

Man kann gegen die Beschwerden in den Wechseljahren einiges unternehmen, man kann ihr Einsetzen sogar hinauszögern.
Aber letztendlich ist diese Umstellung unvermeidlich, unveränderbar.

Und es macht keinen Sinn, sich vor Dingen zu fürchten, die man nicht ändern kann.

„Voll der Horror“ – Das war bei mir nicht so

Als ich vor nun über 10 Jahren wahrgenommen habe, dass ich in den Wechseljahren bin, habe ich diese Erkenntnis nicht mit Hurra begrüßt. Ganz im Gegenteil.

Ich hatte damals ziemlichen Ärger mit Hitzewallungen. Mein Gewicht veränderte sich nach oben und alles zusammen ließ mich depressiv und unleidlich werden.

Irgendwann nahm ich Hilfe in Anspruch, ging in eine Psychotherapie und zur Homöopathin. Und irgendwann konnte ich dem ganzen Geschehen akzeptieren.

Im Nachhinein betrachtet glaube ich, dass meine damaligen Lebensumstände mit zwei pubertierenden Jungs, Hauskauf, Umbau und Umzug für mein persönliches seelisches Gleichgewicht auch nicht gerade förderlich gewesen sind.
Wahrscheinlich hätte ich auch ohne Wechseljahre depressive Verstimmungen gehabt und vor lauter Stress zu viel gegessen.

Die positiven Seiten der Wechseljahre

positiven seiten der wechseljahre

Nun befinde ich mich in der Menopause, was bedeutet, dass ich die Wechseljahre bereits hinter mir habe. Inzwischen kann ich dieser Lebensphase etliche positive Seiten abgewinnen:

  • Gelassenheit
    Ich bin allem und jedem gegenüber viel gelassener geworden. In meinem Leben habe ich bislang einiges erlebt und weiß nun einiges zu relativieren.
    Im Ernst: So lange jeder meiner Lieben gesund und glücklich ist, ist alles andere eigentlich gar nicht mehr soooo schlimm.
  • Ich kann mich positionieren
    Meine neu entdeckte Gelassenheit bedeutet nicht, dass ich mich nicht doch noch ganz schön aufregen kann. Denn ich kann mich viel besser positionieren. Der kleine Drecksack in meinem Hinterkopf, der mir jahrelang eingeredet hat, dass ich ein bisschen wertlos sei, ist ziemlich mundtot geworden.
  • Meine Umgebung wird älter
    Nicht nur ich bin älter geworden, sondern meine Umgebung ja auch. Da ja mein Mann, meine Familie, meine Freunde alterstechnisch mit mir Schritt gehalten haben, stehe ich nicht mit dem Kainsmal „alt“ da.
  • Meine Kinder
    Meine Kinder sind älter geworden, erwachsen, selbstständig. Ich brauche mich um sie nicht mehr so viel Sorgen zu machen und wir sind auf Augenhöhe zueinander (nur im übertragenen Sinne, sie sind natürlich viel größer als ich es bin)
  • Selbstakzeptanz
    Ich habe mehr Selbstakzeptanz und bin nicht gar so eitel, wie früher.
    Mir ist es einfach nicht mehr so wichtig, wenn ich ein paar Falten habe oder meine Waage ein paar Pfunde zu viel aufweist. Ich kann mich selber akzeptieren und mögen, egal ob nun meine Beine rasiert sind oder nicht.
  • Ganz wichtig: Ich brauche mich weder um die Verhütung, noch um die Monatshygiene kümmern.

Noch einmal jung sein?

Es wäre gelogen, wenn ich nun sagen würde, dass ich nicht noch einmal jung sein möchte. Den jungen Leuten stehen heute viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung, als noch vor 40 oder 50 Jahren. Und manchmal bin ich da schon ein bisschen neidisch.
Andererseits hätte ich keine Lust mehr auf das ganze Gedöns an Vorstellungen und falschen Idealen, das ich nun von mir gelassen habe.

Wechseljahre, Menopause, alt werden ist vielleicht nicht das tollste von der ganzen Welt. Aber es hat alles auch seine positiven Seiten!

Alle Fotos: Angst vor den Wechseljahren ©frau-sabienes.de
Text: „Voll der Horror?“ Keine Angst vor den Wechseljahren! ©frau-sabienes.de

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14 Kommentare

  1. hallo Sabine, ich sehe das zum großen Teil genau wie du: Was unvermeidbar ist, sollte man möglichst positiv aufnehmen und versuchen sich damit zu arrangieren. Darum bin ich auch gegen ein künstliches Aufschieben dieser Lebensphase, denn sie kommt ohnehin und wenn sie später kommt, bin ich ja noch älter bei ihren Nebenwirkungen. Mir ist aber auch klar, dass es sicherlich Frauen gibt, die wirklich ganz arg körperlich und seelisch zu leiden haben. Ich persönlich bin ziemlich symptomlos durch diese Lebensphase gekommen. Und das Gute an den Wechseljahren ist doch auch, dass man immer eine Ausrede für irgendwelche Unpässlichkeiten hat. Das allerbeste daran ist aber wirklich, dass die Kinder groß sind. Ich glaube da haben wir beide es ganz ähnlich getroffen und ich bin traurig für alle Frauen, bei denen es mit den erwachsenen Kindern nicht gut läuft.
    LG Iris

    1. @Iris: Wenn die Kinder gesund und munter erwachsen geworden sind, ist das schon ein ganz großes Glück. Das kann man gar nicht oft genug sagen. Alles andere rückt dadurch in den Hintergrund
      LG
      Sabienes

  2. Salve, Sabine!
    Bei mir sind die Wechseljahre „ganz plötzlich“ gekommen: ich hatte meine Tage immer mit Stoppuhrgenauigkeit und vor 3,5 Jahren (nach einer „Lebensumstellung“) plötzlich nicht mehr und seitdem ab und an Hitzewallungen (besonders im Sommer)…
    Ich „drücke einfach den Ignore-Button“ und versuche, die Hitzewallungen zu „übergehen“, was dann auch passiert.

    Die „Ignore-Haltung“ schafft es, dass ich eigentlich kaum etwas von Wechseljährigkeit merke…

    Greetz
    Sabine

  3. Diese Hitzewallungen haben mir nachts den Schlaf geraubt ( ich war Bauchschläferin ), weil ich plötzlich in einer „Pfütze“ lag. Dass meine Zeit vorbei war, ist mir dann im „Rosenkavalier“ mit der Arie der Marschallin aufgegangen. Da habe ich meine neue Rolle angenommen und die Arie täglich, wochenlang gehört.
    Ich bin jetzt gerne alt, weil ich in meinem unsichtbaren Zustand machen kann, was ich will. Nur die „osen“ ( Gabriele Wohmann) schränken mich momentan ein. Ich habe meine Energien leider in den vergangenen Jahren zu sehr auf sehr alte Angehörige verwenden müssen und mich etwas vernachlässigt. Ich hoffe, da lässt sich noch was machen…
    GLG
    Astrid

    1. @Astridka: Wer seine Angehörigen lange pflegt, muss wirklich gut auf sich aufpassen. Man läuft Gefahr, sich zu sehr zu erschöpfen und ganz schnell und vorzeitig „beizualtern“.
      Aber du scheinst ja ganz gut gegenzusteuern.
      LG
      Sabienes

  4. Hallo Zusammen! Wißt Ihr, daß in Asien nicht einmal das Wort Wechseljahre existiert? Scheint es nicht zu geben. Interessant, finde ich das. Ich habe mir Hilfe geholt bei einer Frauenärztin und habe nie Probleme gehabt damit. Aber manche lehnen das rigoros ab. Ja, ich würde zumindest jetzt ganz gerne eine Weile 62 bleiben. Ich war doch grad noch 52. Liebe Grüße an Alle. Gabi

    1. @Gabi: Ich habe davon auch schon gehört. In Japan existiert das Wort „Wechseljahre“ nicht, aber es gibt Umschreibungen. Aber was sagt das? Die Inuit kennen keinen Begriff für „Krieg“, haben aber in der Vergangenheit durchaus kriegerische Auseinandersetzungen geführt.
      LG
      Sabienes

  5. Liebe Sabine,
    als Horror würde ich die Wechseljahre nicht bezeichnen. Klar, schön ist was anderes. Aber die Zeit können wir nicht aufhalten. Also das Beste daraus machen.

    Liebe Grüße Sabine

  6. Liebe Sabine
    Danke für diesen Post <3
    Irgendwie prallt in kürzester Zeit alles auf einmal auf mich ein. Und wenn ich kürzeste Zeit schreibe, dann meine ich es wirklich so. Bis in den Februar war alles normal und meine Periode kam pünktlich wie die Turmuhr alle 33 Tage. Seit ca. 3 Monaten habe ich (momentan) keine Periode mehr, mich plagen Hitzewallungen und Kälteschübe, bin sehr launisch (erinnert mich an meine PMS-Phase) und lege trotz Sport immer mehr an den Hüften und am Bauch zu. Obwohl ich nicht mehr esse.
    Achja, ich war bis jetzt immer ein Murmeltier, was Schlafen betrifft. Nun schlafe ich max. 5-6 Stunden, wache oft auf und verlasse um spätestens 7 Uhr mein Bett. Auch am Wochenende. Und das mit 46.
    Wenn ich lese, wie gut es dir jetzt geht, dann lässt mich das ehrlich gesagt HOFFEN *seufz*
    Ganz liebe Grüße
    Nila

    1. @Nila: Du Arme, dich hat es ja gerade ordentlich erwischt.
      Genau so war es bei mir auch. Ich hatte immer den Eindruck, dass sich während der Hitzewallungen mein Körper wahnsinnig anstrengt, um noch mal einen ordentlichen Hormonspiegel für einen Zyklus zusammenzukratzen.
      Irgendwann saß ich dann mal wieder mitten in der Nacht völlig durchweicht auf dem Badewannenrand und dachte mir: „Nur keinen Stress. Familienplanung ist abgeschlossen, ich brauche keine Monatsblutung mehr für mein Frauendasein.“
      Und da ging es mir besser.
      Also: Mach dir keinen Stress. Es geht alles rum, auch diese Umstellungsphase. Es gibt viele Dinge, die dir helfen können und möchte da jetzt nicht näher drauf eingehen. Ich stehe halt auf Homöopathie, andere Frauen gehen andere Wege. Aber du wirst was finden. Naja, Magnesium könnte ich dir empfehlen und viel Bewegung an der frischen Luft ..
      Alles Gute!
      LG Sabienes

  7. Hilfe, ich bin in den Wechseljahren! Na und.
    Jetzt sind wir doch unwahrscheinlich weiblich. Und wir wissen wie der Hase läuft.
    Es wird aber auch an Unmengen Blödsinn über die Wechseljahre geschrieben und verkündet.

    Ich nenne es erwachen der Königin in uns und ist seit Jahren mein Thema.

    Aber dieser Blog ist ein sehr schöner, freundlicher, informativer und mit viel Gefühl- Blog.
    Habe ihn heute nach vielen Recherchen gefunden.

    Viele Grüße

    Annemarie von Gradowski

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