Wie ein Esel mit Holz – ein Roman von Heike Trojnar

Esel mit Holz
Wie ein Esel mit Holz

Die lebenslustige, kecke Kyra kommt in den fünfziger Jahren im Norden von Griechenland zur Welt. Ihre Eltern, arme Kleinbauern und Tagelöhner schaffen es gerade so eben, die siebenköpfige Familie zu ernähren. Die Kinder leiden unter dem harten Leben, aber noch mehr unter der Strenge ihres jähzornigen Vaters Philippos. 
In den sechziger Jahren geht Kyra als eine der ersten griechischen Gastarbeiter nach Augsburg. Sie verliebt sich in einen Deutschen und wird prompt schwanger. Doch die Eltern weigern sich, die erforderlichen Dokumente für die Hochzeit zu schicken. Von dem Kindsvater verlassen zieht sie zu der Familie ihres Bruders nach Hannover, aber dort wird sie wie eine Gefangene behandelt. Als sie den Griechen Pavlos kennen und lieben lernt, kommt sie vom Regen in die Traufe. Während eines Heimaturlaubs in Griechenland findet sie sich allein und verlassen mit 2 kleinen Kindern auf einem Campingplatz wieder und muss sehen, wie sie ihre Familie durchbringt.

Heike Trojnar

Heike Trojnar, Jahrgang 1964, machte zuerst eine Ausbildung zur Krankenpflegerin und später Kommunikationswirtin, bevor sie zum Schreiben kam. Das vorliegende Buch ist ein biografischer Roman, der auf einer wahren Begebenheit basiert und bereits das 4. Buch der Autorin.
Frau Trojnar lebt in Remshalden bei Stuttgart.

Wie ein Esel mit Holz – Meine Meinung

Dieses Buch ist in einem Protokollstil verfasst, der zusammen mit der verwendeten Gegenwartsform eine gewisse Distanz zu den Geschehnissen schafft. Selbst in Situationen höchster Emotionalität kann man nur erahnen, was in der Protagonistin wohl vorgegangen sein mag. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass es zwischen den einzelnen Kapiteln kaum eine Überleitung gibt, alles wirkt wie eine Aneinanderreihung von Episoden. Das mag ein wenig irritieren, wenn man reine Belletristik erwartet. Andererseits gewinnt dadurch dieser biografische Roman ein Mehr an Authentizität.

„Wie ein Esel mit Holz“ dokumentiert den Weg einer mutigen Frau. Sie hat keine nennenswerte Schulbildung und leidet unter den regiden Traditionen ihrer Familie. Auf Grund der damals in Griechenland herrschenden sozialen und politischen Probleme erlaubt ihr der Vater, zum Arbeiten nach Deutschland zu gehen. Im Wirtschaftswunderland genießt sie blauäugig ihre neue Freiheit – mit schwerwiegenden Folgen. Aber sie lernt aus ihren Fehlern und letztendlich wird aus der kleinen, makedonischen Landpomeranze eine tapfere, willensstarke Frau.

Dieser biografische Roman ist keine Erzählung von höchster, literarischer Schönheit – aber das soll er auch gar nicht sein. Wir lesen hier von einem besonderen Lebensweg, den wir auf diese Weise im reichen Westen vielleicht gar nicht kennen. Und tatsächlich hat er mir sehr gut gefallen!

Bibliografisches

  • Titel: Wie ein Esel mit Holz
  • Autor: Heike Trojnar
  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: tredition (12. Februar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3732318729
  • Preis: 14,80 € (Taschenbuch), 3,99 € (Kindle)
  • Bestelllink: Wie ein Esel mit Holz: Biografischer Roman

Mit dieser Rezension erfülle ich Aufgabe 36 bei Daggis Buchchallenge: Lese ein Buch von einem Autor (männlich oder weiblich), der nicht aus Deutschland, Großbritannien oder den USA stammt.

Buchcover: Wie ein Esel mit Holz von Heike Trojnar ©frau-sabienes.de
Text: Wie ein Esel mit Holz von Heike Trojnar ©frau-sabienes.de

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